White Snus ist ein tabakfreier Nikotinbeutel aus Zellulose, Nikotinsalz und Aromen. Tabakblätter kommen nicht zum Einsatz – das Nikotin selbst wird jedoch aus der Tabakpflanze gewonnen. Platziert wird der Beutel unter die Oberlippe, von wo das Nikotin über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf gelangt. Seinen Namen verdankt das Produkt der weißen Farbe des Beutels – ein klares Gegenstück zum bräunlichen traditionellen Tabak-Snus.
Unauffällig, handlich, ohne Rauch und ohne Tabakgeruch – und trotzdem mit Nikotin: Nikotinbeutel tauchen zunehmend auf Sportplätzen, am Arbeitsplatz und in den sozialen Netzwerken auf. Je nach Community laufen sie unter unterschiedlichen Namen. „White Snus", „Nikotinbeutel", „Nicotine Pouches" oder „Nicopods" - gemeint ist stets dasselbe Produkt: kleine weiße Beutelchen, die Nikotin über die Mundschleimhaut abgeben.
Doch aus welchen Inhaltsstoffen bestehen diese Beutel? Welche gesundheitlichen Risiken sind dokumentiert – und warum ist der Unterschied zwischen „tabakfrei" und „nikotinfrei" so entscheidend? Worin unterscheidet sich White Snus vom klassischen schwedischen Snus, und wie bewertet der deutsche Gesetzgeber das Produkt? Diesen Fragen geht dieser Artikel auf den Grund.
Was ist White Snus? Definition und Herkunft
White Snus hat seine Wurzeln in einer langen skandinavischen Tradition. Auf Schwedisch heißt es schlicht "Vita Snus" - weißer Snus. Die ursprüngliche Variante ist der klassische schwedische "braune Snus" - ein tabakhaltiges Produkt mit jahrhundertelanger Geschichte. Die tabakfreie Version hat inzwischen jedoch aufgeholt: Im Jahr 2025 war der Konsum von Nikotinbeuteln in der schwedischen Gesamtbevölkerung ebenso weit verbreitet wie der von tabakhaltigen Snus – mit einem auffälligen Unterschied in der Verteilung. Nikotinbeutel sind besonders unter Frauen und jungen Erwachsenen beliebt, brauner Snus dagegen eher bei Männern und älteren Konsumenten.2
Woher kommt der Begriff „White Snus" – und was steckt dahinter? Die Antwort liegt buchstäblich in der Farbe: Im Gegensatz zum traditionellen Tabak-Snus, sind diese Beutel weiß, da kein Tabak zum Einsatz kommt. Dabei lohnt sich eine Unterscheidung: Auch beim tabakhaltigen Snus gibt es eine „White Portion“ – einen Beutel, dessen Oberfläche trocken und ebenfalls weiß ist. Der Unterschied liegt jedoch im Inhalt: „White Portion” enthält nach wie vor Tabak, während „White Snus”, auch "All White" genannt, im heutigen Sprachgebrauch tabakfreie Nikotinbeutel bezeichnet. Die ähnliche Bezeichnung führt in der Praxis allerdings häufig zu Verwechslungen.

Ein White-Snus-Beutel besteht aus einem nikotinhaltigen Pulvergemisch auf Basis pflanzlicher Fasern, ergänzt um Salze, Zitronensäure, Feuchthaltemitteln und Aromen.3 Der Tabak fehlt, das Nikotin bleibt – transportiert wird diese nicht über Tabakblätter, sondern über pflanzliche Trägersubstanzen wie Zellulose und Salze.
White Snus vs. Klassischer Snus: Wo liegt der Unterschied?
Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Produkten lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Tabak. Klassischer schwedischer "White Portion Snus" besteht aus fein gemahlenen Tabakblättern, die mit Salz, Wasser und gegebenenfalls weiteren Aromen vermengt werden. Er wird unter die Oberlippe gelegt, aber nicht geraucht. White Snus oder Nikotinbeutel hingegen kommt ganz ohne Tabakblätter aus. Stattdessen dienen pflanzliche Fasern als Trägermaterial für das extrahierte oder synthetisch hergestellte Nikotin. Was nach einem marginalen Unterschied klingt, hat weitreichende Konsequenzen für die Inhaltsstoffe, das Aussehen und die rechtliche Einordnung des Produkts.
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Merkmal |
White Snus |
Klassischer Tabak-Snus |
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Tabakblätter enthalten |
Nein |
Ja |
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Beutelfarbe |
Weiß |
Bräunlich |
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Nikotin-Herkunft |
Extrakt aus Tabakpflanze |
Natürlich im Tabak enthalten |
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Zahnverfärbung |
Gering |
Stärker |
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Rechtsstatus DE |
Verkauf nicht zugelassen |
Ebenfalls nicht frei verkäuflich (EU-Tabakrichtlinie) |
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Suchtpotenzial |
Vorhanden |
Vorhanden |
Wenn kein Tabak im Beutel steckt – woher kommt dann eigentlich das Nikotin? Die Antwort überrascht viele: in der Regel aus der Tabakpflanze selbst. Ein „tabakfreier" Beutel ist also keineswegs nikotinfrei, es fehlt lediglich das Tabakblattmaterial. Der Begriff „tabakfrei" beschreibt somit nur die Abwesenheit von Tabakblättern, nicht jedoch die von Nikotin oder tabakpflanzlichen Ausgangsstoffen.
>> Lies hierzu gerne: Was ist Snus? Alles Wichtige im Überblick
Inhaltsstoffe von White Snus
White Snus enthalten im Wesentlichen ein Pulver, das aus Nikotinsalzen und Trägerstoffen besteht. Gemäß Herstellerangaben werden Nikotinsalze verwendet, die unter anderem mit mikrokristalliner Zellulose (Pflanzenfasern), verschiedenen Salzen (Natriumcarbonat und -hydrogencarbonat), Zitronensäure, Aromen und häufig Süßungsmitteln versetzt sind. Die genaue Formulierung ist nicht markenübergreifend identisch.3 Die Beutel selbst bestehen aus einem synthetischen Vliesstoff, der für die weiße Farbe sorgt.
Und welche Aufgabe übernimmt jeder einzelne Bestandteil?
- Außenmaterial: Das Außenmaterial ist typischerweise eine weiche Vliesstruktur aus pflanzlichen Fasern wie Zellulose oder verwandten Materialien. Seine Aufgabe besteht darin, die Formulierung einzuschließen und gleichzeitig die Feuchtigkeit des Beutels während des Gebrauchs aufrechtzuerhalten.
- Trägermaterial oder Füllstoff: Der Träger oder Füllstoff verleiht dem Inhalt des Beutels Struktur. Hierfür wird häufig mikrokristalline Zellulose (Pflanzenfasern) eingesetzt, die für Form und Volumen sorgt. Das Trägermaterial nimmt Nikotinsalz und Aromen auf, ist selbst aber kein Wirkstoff. Es sollte nicht mit dem Material des Außenbeutels verwechselt werden, auch wenn beide pflanzlichen Ursprungs sind.
- Aromen und Süßungsmittel: Aromen erzeugen das angegebene Geschmacksprofil eines Nikotinbeutels, etwa Minze, Zitrusfrüchte, Beeren oder außergewöhnliche Geschmackskombinationen. Süßungsmittel steuern dagegen ausschließlich die Süße und runden das Aroma ab.
- pH-Regulatoren: Nikotinbeutel enthalten Alkalisierungsmittel, die den pH-Wert des Beutelinhalts gezielt anheben, ihn also in den basischen Bereich verschieben. Am häufigsten wird dabei Natriumhydrogencarbonat (Natron) verwendet. Ein höherer pH-Wert bewirkt, dass mehr unprotoniertes, also freies Nikotin vorliegt: Nikotin, das nicht in Salzform gebunden ist und deshalb besonders schnell über die Mundschleimhaut aufgenommen wird.4
Warum prickelt manche Sorte schon nach wenigen Sekunden, während andere bei ähnlichem Nikotingehalt kaum spürbar sind? Ein Grund kann genau dieser pH-Wert sein: Ein deutliches Prickeln oder leichtes Brennen während des Konsums ist häufig ein Hinweis auf einen erhöhten pH-Wert und damit auf einen höheren Anteil an freiem Nikotin.
Wer die beschriebenen Inhaltsstoffe in einem konkreten Produkt erleben möchte, findet bei White Fox eine klare Anlaufstelle im Extra-Stark-Bereich: Die tabakfreien Nikotinbeutel setzen auf Minze und Menthol. Eine Auswahl der Produkte findest Du hier:
Wie verwendet man White Snus?
Die Anwendung ist unkompliziert und erfordert keine besonderen Vorkenntnisse. Die folgenden Schritte zeigen Dir, wie Du White Snus richtig anwendest:
Schritt 1: Vorbereitung
Wasch Dir gründlich die Hände, bevor Du den Beutel berührst – so verhinderst Du, dass Keime auf den Beutel und in den Mundraum gelangen.
Schritt 2: Platzierung
Nimm einen Beutel aus der Dose und lege ihn unter die Oberlippe, zwischen Lippe und Zahnfleisch. Ob mittig oder seitlich, ist Geschmackssache – beide Positionen funktionieren gleich gut.
Schritt 3: Position halten
Der Beutel bleibt für etwa 15 bis 60 Minuten an der gewünschten Stelle. In dieser Zeit löst der Speichel das Nikotin bzw. die Nikotinsalze sowie weitere lösliche Bestandteile wie Aromen aus dem Beutel heraus.
Schritt 4: Entsorgung
Nach dem Konsum nimmst Du den Beutel – ähnlich wie einen Kaugummi – aus dem Mund und entsorgst ihn. Viele Dosen verfügen dafür über ein integriertes Deckelfach für gebrauchte Beutel.
Wie kommt das Nikotin dabei in den Körper?
Ein Teil des Nikotins wird direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen und gelangt so in den Blutkreislauf. Dieser Weg ist langsamer als das Inhalieren von Zigarettenrauch, wodurch der Nikotinanstieg im Blut weniger abrupt ausfällt. Das Suchtpotenzial bleibt dennoch bestehen. Ein weiterer Teil des Nikotins gelangt mit dem geschluckten Speichel über den Magen-Darm-Trakt in den Kreislauf, was zu einem noch langsameren, aber länger anhaltenden Anstieg des Nikotinspiegels führt. Im Gehirn bewirkt Nikotin eine erhöhte Ausschüttung von Dopamin, einem Botenstoff, der an Motivation und Belohnung beteiligt ist. Dies löst – ähnlich wie beim Rauchen – angenehme und beruhigende Empfindungen aus, die als „Belohnungseffekt" bezeichnet werden. Die Wirkung des Nikotins im Gehirn ist also dieselbe wie bei der Zigarette, nur der Weg dorthin unterscheidet sich. Wer aus dem Wegfall des Rauchs schließt, White Snus sei harmlos, übersieht genau diesen Punkt: das Nikotin selbst.8
Bei White Snus gelangt Nikotin auf zwei Wegen in den Körper: Ein Teil wird direkt über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf aufgenommen, ein weiterer Teil mit dem geschluckten Speichel über den Magen-Darm-Trakt. Verglichen mit dem Inhalieren von Zigarettenrauch verläuft der Nikotinanstieg im Blut dadurch langsamer - das Suchtpotenzial bleibt davon unberührt.
White-Snus-Beutel sind in verschiedenen Formaten erhältlich. Slim- und Miniformate sind für einen weniger sichtbaren Sitz unter der Lippe ausgelegt. Die Nikotinstärke wird in mg/g oder mg/Beutel angegeben und in der Regel in Stufen eingeordnet. Bei Snuzone reicht die Skala von nikotinfrei (0 mg/g) über leicht (1–5 mg/g), mittelstark (6–9 mg/g), stark (10–14 mg/g) und extra stark (15–20 mg/g) bis ultra stark (ab 22 mg/g). Mehr dazu liest Du in: Wie man Snus richtig verwendet
Nikotingehalt und Suchtpotenzial
Nikotingenuss ohne Tabak und Rauch – dafür stehen Nikotinbeutel. Doch wie hoch ist der Nikotingehalt von White Snus tatsächlich, und wie groß das Suchtpotenzial?
Nikotin zählt zu den Substanzen mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial und wird häufig unterschätzt. In Untersuchungen hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gezeigt, dass mindestens die Hälfte des in einem Beutel enthaltenen Nikotins vom Körper aufgenommen werden kann – untersucht wurden dabei Produkte mit einem Nikotingehalt von maximal 8 Milligramm pro Beutel.9
Dieselbe BfR-Laboranalyse liefert auch konkrete Daten zum Nikotingehalt: Die 44 aus dem Onlinehandel erworbenen Nikotinbeutel wurden hinsichtlich Gewicht, Nikotingehalt, pH-Wert und TSNA-Gehalt untersucht. Das Ergebnis zeigt eine erhebliche Bandbreite: Ein Beutel wog im Durchschnitt 0,6 g und enthielt 9,48 mg Nikotin. Der höchste Nikotingehalt lag bei 47,5 mg pro Beutel, der niedrigste bei 1,79 mg. Laut BfR können Nikotinbeutel dabei die akute Referenzdosis überschreiten – also die Menge, die nach Einschätzung des BfR innerhalb eines Tages ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann.9 Eine US-amerikanische Untersuchung von 64 Snus-Produkten aus Nordeuropa und den USA kommt zu einem ähnlichen Befund: Die Beutelgewichte lagen dort zwischen 0,33 und 1,13 g pro Beutel, der Nikotingehalt zwischen 6,81 und 20,6 mg/g.10
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt insbesondere folgende Personengruppen vor dem Nikotinkonsum:
- Schwangere und Stillende,
- Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
- Nichtraucherinnen und Nichtraucher,
- Kinder und Jugendliche.11
Wichtig ist außerdem: White Snus ist keine zugelassene Rauchentwöhnungshilfe. Es wurde also nicht wie Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis aus der Apotheke als Arzneimittel geprüft und zugelassen. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 zeigte, dass Nikotinbeutel den Zigarettenkonsum ähnlich wie Snus und Nikotinkaugummis reduzieren können. Ein statistisch belastbarer Beleg dafür, dass sie die Rauchstopp-Rate erhöhen, also ein Effekt, der sich klar vom Zufall abgrenzen ließe, liegt jedoch nicht vor.12
>> Lies hierzu gerne: Was ist Snus – Wirkung und Effekte
Wer verstehen will, wie sich der Nikotingehalt im Beutel mit dem einer Zigarette vergleicht, findet die Zahlen kompakt aufgeschlüsselt unter Wie viel Nikotin steckt in einem Nikotinbeutel im Vergleich zur Zigarette?. Zur Frage der Nikotinabhängigkeit und was dahintersteckt: Nikotinsucht und Abhängigkeit
Gesundheitliche Risiken von White Snus
Kein Tabak, also auch keine tabakspezifischen Schadstoffe? Ganz so einfach ist es nicht. Da Nikotin in der Regel aus der Tabakpflanze gewonnen wird, können dennoch Spuren von tabakspezifischen Nitrosaminen (TSNA) in White Snus enthalten sein. TSNA sind karzinogene, also krebserregende Verbindungen, die beim Fermentieren von Tabakblättern entstehen. Allerdings sind diese Spuren in White Snus deutlich geringer als in Zigaretten. In einer Laboranalyse des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wurden in 26 von 44 Nikotinbeutel-Produkten aus 20 Herstellerhäusern tabakspezifische Nitrosamine nachgewiesen, mit einem Höchstwert von 13 Nanogramm N-Nitrosonornicotin (NNN) pro Beutel. NNN ist eine der am stärksten krebserregenden TSNA. Zum Vergleich: Im unverbrannten Tabak einer einzigen Zigarette wurden beispielsweise 1 900 Nanogramm NNN gefunden. Die Autoren fordern dennoch deren vollständige Eliminierung.6
Die Wirkung der Substanz Nikotin ist ebenso bereits eingehend untersucht worden.
- Herz-Kreislauf-System: Nikotin erhöht den Blutdruck und die Herzfrequenz und kann das Risiko für Thrombosen, also die Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen, erhöhen. Auch das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erhöht.13
- Mundgesundheit: Obwohl die Beutel nicht geraucht, sondern zwischen Zahnfleisch und Lippe gelegt werden, können sie bei regelmäßigem Konsum das natürliche Gleichgewicht im Mund stören, das Gewebe reizen und zu Entzündungen führen.14
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Überdosierung: Aus der Praxis wird vermehrt von Überdosierungen berichtet, die zu Nikotinvergiftungen führen können. Typische Vergiftungssymptome reichen von Übelkeit, Erbrechen, Zittern und Schweißausbrüchen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch. Treten solche Symptome auf, solltest du in jedem Fall sofort einen Arzt konsultieren oder die Notaufnahme aufsuchen.13
Nikotin ist ein Suchmittel mit nachgewiesenen Wirkungen auf Herz und Kreislauf - unabhängig davon, in welcher Form es konsumiert wird.
Wie lassen sich diese Risiken nun im Vergleich zur Zigarette einordnen? Bei Nikotinbeuteln entfallen Tabakrauch und Verbrennungsprodukte, wodurch die Lunge nicht belastet wird. Wie die Laboranalyse des BfR zeigt, finden sich tabakspezifische Nitrosamine allenfalls in Spuren. Den Ansatz, gesundheitliche Risiken durch den Wechsel zu einer weniger schädlichen Alternative zu senken, ohne einen vollständigen Verzicht voraussetzen zu müssen, bezeichnet man als „Harm Reduction" (Schadensminimierung). Eine Gleichsetzung mit „gesund" wäre dennoch falsch, denn Nikotin bleibt ein Suchtmittel mit eigenen Wirkungen auf Herz und Kreislauf. Zudem fehlen bislang belastbare Studien zu den Langzeitfolgen von Nikotinbeuteln.
>> Lies hierzu gerne: Nikotinvergiftung: Symptome und Risiken
Rechtslage in Deutschland
Nikotinbeutel sind in Deutschland nach aktuellem Stand nicht zum Verkauf zugelassen – Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hält dies ausdrücklich fest.5
Da Nikotinbeutel keinen Tabak enthalten, fallen sie nicht unter das Tabakerzeugnisgesetz. Die zuständigen Kontrollbehörden der Länder stufen sie stattdessen als „Novel Food" ein, also als neuartiges Lebensmittel im Sinne der EU-Lebensmittelgesetzgebung. Eine einheitliche EU-Zulassung für diese Kategorie fehlt bislang. Nikotin ist in der EU weder als Lebensmittel noch als Lebensmittelzutat, -zusatzstoff oder Aroma zugelassen und ein Lebensmittel darf grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich sein. Aus diesen Gründen ist das Inverkehrbringen von Nikotinbeuteln in Deutschland derzeit verboten – sowohl im stationären Handel als auch über deutsche Online-Shops.15 Eine einheitliche EU-weite Regelung wird frühestens für die Jahre 2027 bis 2028 erwartet.
Davon unberührt bleibt der Bezug über Online-Händler mit Sitz im EU-Ausland, da dieser für Endverbraucher in Deutschland nicht verboten ist. Die Rechtslage ist bei tabakhaltigem Snus eindeutiger: Er gilt als „Tabak zum oralen Gebrauch" im Sinne der europäischen Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU und darf nach Artikel 17 der Richtlinie EU-weit weder verkauft noch angeboten oder abgegeben werden. Ein ausdrückliches Verbot von Besitz und Konsum besteht dagegen nicht. Die einzige Ausnahme vom kommerziellen Verbot bildet Schweden, das sich beim EU-Beitritt im Jahr 1995 aufgrund seiner langen Snus-Tradition eine entsprechende Sonderregelung gesichert hat.16
>> Lies hierzu gerne: Ist Snus in Deutschland legal?
Was als schwedischer Tradition begann, hat sich also längst zu einem eigenständigen Produktsegment entwickelt. White Snus enthält keine Tabakblätter, es findet keine Verbrennung statt und es entsteht kein Rauch. Allerdings enthält es Nikotin, das über die Mundschleimhaut aufgenommen wird und abhängig machen kann. Die Datenlage zu den Langzeitfolgen von Nikotinbeuteln bleibt lückenhaft und die Rechtslage in Deutschland befindet sich im Wandel. Was sich hingegen klar sagen lässt: White Snus ist ein relativ junges Segment eines wachsenden Marktes. Wer es konsumiert oder darüber nachdenkt, ist gut beraten, sich mit den Fakten vertraut zu machen.
Quellen
- Tabakfreier Nikotinbeutel(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- CAN rapport 244 „Angaben zu Rauch- und Schnupftabakgewohnheiten 2003 – 2025“(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Vorläufige gesundheitliche Bewertung von Nikotinbeuteln (Nikotinpouches)(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Europesnus – „Woraus bestehen Nikotinbeutel? Die Rollen der Inhaltsstoffe erklärt“(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz) – Fakten zum Rauchen. Nikotinbeutel(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- (6) Mallock, N., Schulz, T., Malke, S., Dreiack, N., Laux, P. & Luch, A. (2024). Levels of nicotine and tobacco-specific nitrosamines in oral nicotine pouches. Tobacco Control, 33(2), 193–199(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit – Nikotinbeutel und andere oral zu konsumierende Portionsbeutel: (Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Stiftung Maria Ebene – Nikotinbeutel, Snus & Co(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Gesundheitliche Bewertung von Nikotinbeuteln (Nikotinpouches): (Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Stanfill, S., Tran, H., Tyx, R., Fernandez, C., Zhu, W., Marynak, K., King, B., Valentín-Blasini, L., Blount, B.C. & Watson, C. (2021). Characterization of Total and Unprotonated (Free) Nicotine Content of Nicotine Pouch Products(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Stiftung Warentest (2025) Nikotinbeutel. Frei von Tabak, aber nicht von Risiken(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- (12) Heshmati, R. et al. (2025). Nicotine pouches and clinical outcomes related to smoking cessation: A systematic review of randomized trials. Addiction(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Vivid Suchtprävention Factsheet „Nikotinbeutel. Konsum, Risiko, Rechtslage“(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Zahnärzte in der Waldsiedlung: „Nikotinbeutel – Gefahr für Zähne und Zahnfleisch“(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Deutscher Bundestag – Zur Legalität von tabakfreien Nikotinbeuteln in Deutschland(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)
- Richtlinie 2014/40/EU des Europäischen Parlaments und des Rates(Zuletzt aufgerufen am 07.10.2026)















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