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Rauchen in der Schwangerschaft: Folgen, Risiken und Rauchstopp

Zigarettenrauch gefährdet nicht nur Deine Gesundheit, sondern auch die Entwicklung Deines ungeborenen Kindes. In diesem Artikel erfährst Du, was genau im Körper Deines Kindes passiert und warum es zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft sinnvoll ist, aufzuhören.

13 Min.
Lesezeit
9
Kapitel
Snuzone Redaktion
Rauchen in der Schwangerschaft: Folgen, Risiken und Rauchstopp

Die kurze Antwort

Was passiert beim Rauchen in der Schwangerschaft?

• Nikotin und Kohlenmonoxid gelangen ungefiltert über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes und stören die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung.
• Die Risiken für Frühgeburt, Fehlgeburt, niedriges Geburtsgewicht und Fehlbildungen steigen deutlich.
• Im Erbgut des Kindes entstehen epigenetische Veränderungen, die sich erst Jahre später zeigen, etwa als höheres ADHS- oder Lungenkrankheitsrisiko.
• Die Gefahr endet nicht mit der Geburt: Passivrauchen und Nikotin in der Muttermilch belasten den Säugling weiter, das Risiko für den plötzlichen Kindstod verdoppelt sich.
• Ein Rauchstopp lohnt sich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft: schon wenige rauchfreie Wochen verbessern die Sauerstoffversorgung und die Entwicklungschancen des Kindes spürbar.

Dass man Rauchen in der Schwangerschaft vermeiden soll, ist allgemein bekannt. Der Zigarettenrauch gefährdet nicht nur die Gesundheit der Mutter, sondern auch die des Kindes. Kinder von Raucherinnen werden häufig mit Untergewicht und Fehlbildungen geboren, trotzdem rauchen viele werdende Mütter weiter. Was genau passiert im Körper Deines Kindes, wenn Du rauchst? Welche Folgen sind tatsächlich belegt, und was davon ist Mythos? Und schadet abrupt mit dem Rauchen aufzuhören dem Baby vielleicht sogar mehr als das Weiterrauchen?

In diesem Artikel findest Du die Antworten auf diese und weitere Fragen rund um Rauchen in der Schwangerschaft.

Wie Rauchen in der Schwangerschaft dem Ungeborenen schadet — der Mechanismus

Was genau ist am Zigarettenrauch so schädlich für Babys im Mutterleib? Rauchen in der Schwangerschaft schadet dem Ungeborenen, indem Giftstoffe wie Nikotin und Kohlenmonoxid ungefiltert über die Plazenta in den kindlichen Blutkreislauf gelangen und dort die lebenswichtige Sauerstoff- und Nährstoffversorgung beeinträchtigen. Tabakrauch enthält über 7.000 chemische Verbindungen, darunter giftige Substanzen wie Teer, Kohlenmonoxid und Schwermetalle1, die mit jeder einzelnen Zigarette dem ungeborenen Kind schaden. Eine unbedenkliche Mindestmenge an Tabakrauch gibt es nicht.

Nikotin verengt, Kohlenmonoxid verdrängt

Zwei für den Fötus besonders gefährliche Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs sind Nikotin und Kohlenmonoxid (CO). Nikotin hat eine gefäßverengende Wirkung: Es lässt Blutgefäße, unter anderem die in der Plazenta, enger werden. Weniger Durchblutung bedeutet weniger Sauerstoffzufuhr für das ungeborene Kind. Aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials von Nikotin und weil die Substanz direkt auf das Gehirn des Kindes wirkt, haben Kinder von Rauchern eine höhere Wahrscheinlichkeit, später selbst in die Zigarettenabhängigkeit zu fallen.

Gleichzeitig reichert sich CO aus dem Zigarettenrauch im fetalen (kindlichen) Blutkreislauf an und bindet an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der normalerweise Sauerstoff zu den Organen transportiert. Aus CO und Hämoglobin entsteht Carboxyhämoglobin, und der Sauerstofftransport wird blockiert. Fetales Hämoglobin zieht Kohlenmonoxid besonders stark an, dieses wird im Körper des ungeborenen Kindes vier- bis fünfmal langsamer abgebaut als bei Erwachsenen2. Dadurch kann es zu einer fetalen Hypoxämie, einer langanhaltenden Unterversorgung, kommen. Viele der giftigen Inhaltsstoffe des Rauchs kann der Fötus noch nicht selbst abbauen, weil sein Entgiftungssystem noch nicht vollständig ausgebildet ist.

Vergiss nicht: Wenn Du rauchst, raucht Dein ungeborenes Kind mit. In der Medizin wird in diesem Zusammenhang vom sogenannten Fetalen Tabaksyndrom gesprochen. Dieser Begriff umfasst alle Gesundheitsschäden, die durch pränatale Tabakexposition (also die Schadstoffbelastung des ungeborenen Kindes durch den Konsum von Tabak) entstehen können.

mehr zur Wirkung von Nikotin

Folsäure: der unterschätzte Nebeneffekt

Ein Zusammenhang, der selten erwähnt wird: Nikotin und andere Giftstoffe des Tabakrauchs stören den Stoffwechsel und erhöhen den Verbrauch und Abbau von Folsäure (Vitamin B9), weshalb rauchende Schwangere oft einen niedrigeren Folsäurespiegel sowie Folsäuremangel aufweisen. Folsäure ist jedoch gerade in den ersten Schwangerschaftswochen ein wichtiges Vitamin für die Entwicklung des Rückenmarks und der Wirbelsäule Deines Kindes. Ein Mangel an Folsäure in der Frühschwangerschaft ist die häufigste Ursache für einen Neuralrohrdefekt beim Kind, umgangssprachlich „offene Wirbelsäule" genannt. Dabei schließen sich die Wirbelbögen und das Neuralrohr in den ersten Wochen der Schwangerschaft nicht vollständig und Teile des Rückenmarks oder der Rückenmarkshäute wölben sich nach außen. Wenn diese Fehlbildung im oberen Rückenbereich liegt, sind Lähmungen und Empfindungsstörungen die Folge, betroffene Kinder sitzen möglicherweise lebenslang im Rollstuhl5.

Passivrauchen ist kein Ausweg

Wenn man aber selbst nicht raucht und den Rauch nur passiv einatmet, ist es doch weniger schlimm, oder? Tatsächlich wird beim Rauchen nur ein Viertel des Zigarettenrauchs von der rauchenden Person inhaliert, der Rest (der Dampf, den die Zigarette selbst abgibt) breitet sich in der Umgebungsluft aus. Da diese beiden Raucharten bei unterschiedlichen Verbrennungstemperaturen zustande kommen, haben sie jeweils eine andere Zusammensetzung. Im Nebenstromrauch sind die gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs stärker konzentriert als im Hauptstromrauch, den der Raucher inhaliert4. Wenn eine Schwangere regelmäßig Passivrauch einatmet, kann sich das auf das ungeborene Kind durch ein verringertes Geburtsgewicht und einem erhöhten Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt auswirken3. Um das Risiko für das Baby möglichst gering zu halten, sollten beide Elternteile bereits bei der Kinderplanung einen Rauchstopp anstreben.

Konkrete Risiken: Frühgeburt, Fehlgeburt, geringes Geburtsgewicht und mehr

Rauchen in der Schwangerschaft - Schadstoffe aus Zigarettenrauch passieren die Plazenta und gelangen in den Kreislauf des Ungeborenen

Nikotin und Kohlenmonoxid aus dem Tabakrauch gelangen über die Plazenta auch in den kindlichen Blutkreislauf

Rauchen in der Schwangerschaft führt zur Unterversorgung Deines Kindes, was konkrete Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Doch was bedeutet „Unterversorgung" für ein ungeborenes Kind eigentlich genau? Wenn eine werdende Mutter beispielsweise 20 Zigaretten pro Tag raucht, hat das Baby bei der Geburt bereits 5.600 Zigaretten „mitgeraucht", das sind knapp 200 Schachteln. Aus genau dieser Gesundheitsbelastung entstehen Risiken, von der Frühgeburt bis zur Fehlgeburt. Durch die Giftstoffe im Zigarettenrauch kann es zu Eileiterschwangerschaften, Schwangerschaftskomplikationen sowie Fehl- und Frühgeburten kommen. Auch das Risiko für ein vermindertes Längenwachstum des Babys, niedriges Geburtsgewicht und einen verminderten Kopfumfang ist erhöht6.

Selbst nach der Geburt ist die Gesundheit des Kindes durch erhöhte Risiken für Entwicklungsstörungen, Darm- oder Harnwegsinfekten und angeborenen Fehlbildungen eingeschränkt. Auch die rauchende Mutter selbst ist höheren Risiken ausgesetzt, denn Wundheilstörungen treten häufiger auf als bei Nichtrauchern, und die Gebärmutter muss nach der Geburt bei einigen Raucherinnen entfernt werden7.

Was konkret passiert

  • Geburtsgewicht: Kinder von Raucherinnen wiegen bei der Geburt im Schnitt 200-300 Gramm weniger3, da die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs das Wachstum des Babys beeinträchtigen. Mit einem geringeren Geburtsgewicht sind auch Folgen wie ein kleinerer Kopfumfang, eine reduzierte Lungenkapazität und ein erhöhtes Risiko für Infektionen in den ersten Lebensmonaten verbunden.
  • Frühgeburt: Wenn ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, spricht man von einer Frühgeburt. Kinder von rauchenden Eltern sind 30% häufiger8 eine Frühgeburt, was mit einem erhöhten Risiko für Atembeschwerden und Infektionen einhergeht, da Organe wie Lunge und Gehirn noch nicht vollständig entwickelt sind.
  • Fehlgeburt und Totgeburt: Der Unterschied zwischen einer Fehlgeburt und einer Totgeburt liegt im Geburtsgewicht und dem Zeitpunkt der Schwangerschaft. Bei einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm spricht man von einer Fehlgeburt, ab 500 Gramm von einer Totgeburt. Das Risiko ist für Kinder von Raucherinnen durch die gestörte Nährstoffversorgung um 33 Prozent erhöht8.
  • Fehlbildungen: Kinder rauchender Mütter haben ein um 13 Prozent höheres Risiko für Fehlbildungen9. Die am häufigsten durch Zigarettenrauch auftretenden Fehlbildungen sind Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, angeborene Herzfehler, Fehlbildungen der Gliedmaßen sowie ein vorzeitiger Verschluss der Schädelnähte.

Warum ist Rauchen schädlich?

Spätfolgen für das Kind: ADHS, Erbgutveränderungen und Langzeitrisiken

Endet die Gefahr für das Kind eigentlich mit der Geburt? Die Antwort ist Nein: Rauchen in der Schwangerschaft hinterlässt Spätfolgen im Erbgut des Kindes, die sich erst Jahre später zeigen. In der epidemiologischen Studie LiNA des UFZ Leipzig und des DKFZ Heidelberg wurden Veränderungen im gesamten Genom der Kinder rauchender Eltern festgestellt10. Diese Kinder haben dadurch ein erhöhtes Risiko für Lungenerkrankungen und weitere Gesundheitsprobleme.

Epigenetische Veränderungen im kindlichen Genom

Wie kann Rauchen das Erbgut verändern, ohne die DNA-Sequenz selbst umzuschreiben? Genau das beschreibt die Epigenetik. Epigenetik ist die Lehre davon, wie Umweltfaktoren die Aktivität von Genen beeinflussen, ohne den genetischen Code zu verändern. Rauchen in der Schwangerschaft führt nachweislich zu Veränderungen in Verstärkern der Genregulation des Kindes, den sogenannten Enhancern10. Diese Enhancer sind über das gesamte Erbgut verteilt und aktivieren ein oder mehrere Gene zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Damit sich unterschiedliche Zelltypen, wie Leber- oder Muskelzellen, entwickeln können, müssen bestimmte Gene zu den richtigen Zeitpunkten an- oder abgeschaltet werden. Äußere Einflüsse wie Tabakrauch stören diese Funktion der Enhancer. Über 400 Enhancer sind vom Einfluss des Zigarettenrauchs betroffen, was zu Diabetes, Fettleibigkeit, Krebs und erhöhtem Risiko für Lungenerkrankungen führt10. Diese epigenetischen Veränderungen wurden im Nabelschnurblut festgestellt, was bedeutet, dass die Genregulation des ungeborenen Kindes bereits im Mutterleib verändert wird.

Rauchen in der Schwangerschaft - Schädigung der DNA des Kindes

Rauchen in der Schwangerschaft hinterlässt Spuren im Erbgut des Kindes

ADHS und Verhaltensauffälligkeiten

In der Schul- und Jugendzeit fallen bei Kindern von Rauchern häufig neurobiologische Entwicklungsstörungen wie Konzentrationsschwäche, Lernschwäche oder Hyperaktivität auf. Das Risiko für ADHS ist bei pränatal tabakexponierten Kindern etwa dreifach erhöht11. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie aggressives Verhalten, oppositionelles Trotzverhalten oder ausgeprägte Starrköpfigkeit werden bei Kindern aus einem rauchenden Haushalt bis zu dreimal so häufig beobachtet wie bei Kindern aus einem rauchfreien Haushalt11. Durch die Inhaltsstoffe des Tabakrauches kommt es zu einer Fehlregulation der Impuls- und Emotionskontrolle der betroffenen Kinder.

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Der plötzliche Säuglingstod, medizinisch SIDS für Sudden Infant Death Syndrome, beschreibt das unerwartete und trotz vollständiger Untersuchung ungeklärte Versterben eines Säuglings oder Kleinkinds, das meistens während des Schlafens auftritt. SIDS ist mit 25 Prozent aller Todesfälle zwischen einem Monat und einem Jahr die häufigste Todesursache von Babys und Kleinkindern12. Welche Rolle spielt Tabakrauch dabei? Eine erhebliche: Rauchen in der Schwangerschaft verdoppelt das SIDS-Risiko12. Die Gefährdung für das Kind besteht nicht nur in der Schwangerschaft, sondern setzt sich durch Passivrauchen auch nach der Geburt fort.

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Rauchen aufhören in der Schwangerschaft: sofort aufhören oder langsam reduzieren?

Das Beste, was Du tun kannst, wenn Du schwanger und Raucherin bist, ist ein sofortiger, abrupter Rauchstopp. Je früher das gelingt, desto besser erholen sich die Entwicklungschancen Deines Kindes.

Der Mythos vom gefährlichen Entzug

Immer wieder hört man, der Zigarettenkonsum sollte während einer Schwangerschaft langsam reduziert werden, um das ungeborene Kind keinem plötzlichen Nikotinentzug auszusetzen. Doch diese Annahme ist falsch, es handelt sich hierbei um einen weit verbreiteten Irrglauben13. Der Mythos vom gefährlichen Entzug wurde medizinisch widerlegt, das ungeborene Kind leidet durch einen plötzlichen Rauchstopp nicht unter starken Entzugserscheinungen im Mutterleib. Im Gegenteil, der Schaden jeder weiteren Zigarette würde der Gesundheit des Kindes mehr schaden, da der Sauerstoff- und Nährstofftransport weiter verringert würde. Der Fötus profitiert bei einer Raucherentwöhnung sofort von der besseren Sauerstoffversorgung.

Die Mutter selbst kann beim Entzug Symptome wie innere Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafstörungen erfahren, diese Entzugserscheinungen beim Rauchstopp klingen aber von selbst nach ein paar Wochen ab.

Was schrittweise Reduktion leisten kann — und was nicht

Das soll nicht heißen, dass Reduktion sinnlos wäre, wenn ein vollständiger Stopp trotz großer Bemühung nicht gelingt. Jede nicht gerauchte Zigarette führt zu besseren Entwicklungschancen des Fötus. Wenn Du Dein Rauchverhalten aber zu langsam reduzierst, schleppst Du das Rauchverlangen über Wochen mit Dir herum und das Risiko eines Rückfalls auf das frühere Niveau bleibt bestehen, vor allem in Stresssituationen. Auch der gut gemeinte Rat, einfach „fünf Zigaretten weniger" pro Tag zu rauchen, hilft vor allem bei starken Raucherinnen auf Dauer nicht5. Eine schrittweise Rauchreduktion sollte in der Schwangerschaft nur ein kurzes Zwischenstadium sein, mit dem festen Ziel der baldigen vollständigen Rauchfreiheit.

Rauchen aufhören in der Schwangerschaft

Wenn Du schwanger bist, solltest Du sofort mit dem Rauchen aufhören, um Dein Baby zu schützen.

Die Schlusspunktmethode als erste Wahl

Die sogenannte Schlusspunktmethode meint den sofortigen und vollständigen Rauchstopp von einem Tag auf den nächsten und gilt als effektive und gesunde Methode für Mutter und Kind. Durch diese Methode wird das ungeborene Kind sofort geschützt und die weitere Entwicklung leidet nicht mehr unter dem Sauerstoffmangel. Fixiere für die Schlusspunktmethode ein Datum in naher Zukunft, an dem Deine rauchfreie Zeit beginnt. Entferne am besten vor diesem Tag alle Zigaretten, Aschenbecher und Feuerzeuge, um nicht wieder in Versuchung zu geraten. Es kann Dir außerdem helfen, typische Rauchmuster (zum Beispiel nach dem Essen) erkennen und anstelle der Raucherpause gezielt Alternativen einzuplanen.

mehr Tipps zum Rauchen aufhören

„Ich bin schwanger und kann nicht aufhören zu rauchen" — warum das keine Willensfrage ist

Wenn Du wegen einer Schwangerschaft aufhören willst zu rauchen, es Dir aber nicht auf Anhieb gelingt, bist Du damit nicht allein. Gelegenheitsrauchern gelingt es häufiger, aufzuhören, während es besonders für starke Raucherinnen oft schwierig ist, plötzlich ganz mit dem Rauchen aufzuhören. In diesem Fall ist Hilfe von außen, etwa durch Entwöhnungsprogramme, ein wichtiger Schritt für das Baby. Nikotinabhängigkeit ist eine Sucht. Ohne den Wirkstoff reagiert der Körper bei vielen Menschen mit Entzugserscheinungen, die ohne Unterstützung oft schwer zu bewältigen sind.

Hinzu kommt ein großer gesellschaftlicher Druck, in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören, sowie lähmende Schuldgefühle. Eine US-amerikanische Studie stellte fest, dass nur etwa ein Viertel aller rauchenden Schwangeren während der Schwangerschaft vollständig mit dem Rauchen aufhört14. Dieses Ergebnis betont noch einmal, wie wichtig professionelle Unterstützung ist, wenn Du selbst nicht von der Zigarette wegkommst. Dir Hilfe zu holen, ist kein Grund, Dich zu schämen. Im Gegenteil: Du kannst stolz darauf sein, dass Du das Beste für Dich und Dein Kind möchtest.

Mehr über die Hintergründe zur Nikotinsucht und dem Nikotinabusus erfährst Du in den verlinkten Artikeln.

Konkrete Anlaufstellen

Viele Schwangere berichten, dass ihre Motivation zum Rauchstopp in der Schwangerschaft besonders hoch ist, die Sorge um das Kind wiegt oft schwerer als frühere Aufhörversuche. Das kannst Du zu Deinem Vorteil nutzen. Deine Ärztin oder Hebamme ist der erste und wichtigste Ansprechpunkt zum Rauchstopp. Integrierte Unterstützungsangebote, also die Kombination aus persönlicher Beratung, gegebenenfalls Nikotinersatztherapie und Verhaltensbegleitung, gelten als hilfreiche Maßnahmen zur Raucherentwöhnung in der Schwangerschaft.

Hier sind ein paar konkrete Anlaufstellen für Dich:

  • iris-plattform.de ist ein kostenloses und anonymes Online-Beratungsprogramm, das schwangere Frauen dabei unterstützt, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • rauchfrei-info.de ist das unabhängige Informationsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) für den angestrebten Rauchstopp.
  • Telefonberatung BIÖG umfasst anonyme, kostenfreie oder günstige Info- und Beratungsdienste zu verschiedenen Gesundheitsthemen. Die kostenfreie Servicenummer 0800 8 31 31 31 bietet aktive Begleitung bei der Raucherentwöhnung.

Methoden und Hilfsmittel für den Rauchstopp in der Schwangerschaft

Es gibt eine Reihe von Ansätzen, die Dir den Rauchstopp leichter machen können. Welche individuelle Kombination am besten zu Dir passt, findest Du am besten in Absprache mit Deinem Arzt heraus.

Verhaltensorientierte Methoden

Verhaltenstherapeutische Ansätze, also das gezielte Verändern von Gewohnheiten, die das Rauchen auslösen, sind die erste Wahl in einer Schwangerschaft, da sie vollkommen medikamentenfrei wirken und nachweislich die Rate erfolgreicher Rauchstopps erhöhen.

  • Trigger identifizieren: Trigger sind automatische Auslöser wie Situationen, Gefühle oder Routinen, die im Gehirn das plötzliche Verlangen nach einer Zigarette erzeugen. Häufige Trigger sind der Kaffee am Morgen, die Pause auf der Arbeit, psychisch anstrengende Momente oder Langeweile. Wenn Du Deine persönlichen Trigger kennst, kannst Du dort gezielt ansetzen.
  • Handlungsalternativen entwickeln: Das Rauchverlangen ist ein kurzfristiger Impuls, der meist nur wenige Minuten dauert. Wenn Du Dir in dieser Zeit eine Alternative zur Zigarette bereithältst, kannst Du das Craving (Suchtgefühl) oft überbrücken. Du kannst beispielsweise ein Glas Wasser trinken, kurz spazieren gehen oder tief atmen. Häufig empfohlen wird zudem die sogenannte 3-A-Technik. Das steht für Abwarten, Ablenken und Abhauen. Mit Abwarten ist gemeint, dass das Craving meist nach einigen Minuten vorbei ist, und die Zeit abgewartet werden soll. Ablenken heißt, die Aufmerksamkeit auf andere Tätigkeiten wie Lesen oder etwas trinken zu richten. Und Abhauen meint einen kurzfristigen Ortswechsel.
  • Soziale Unterstützung einbeziehen: Informiere Deinen Partner, Deine Familie oder Deine Freunde über den geplanten Rauchstopp. Geliebte Menschen in Deinem direkten Umfeld können Dich bei Deinem Vorhaben unterstützen und gleichzeitig setzt Du Dich selbst unter positiven Verpflichtungsdruck. Es geht dabei nicht um Kontrolle durch Deine Mitmenschen, sondern um eine emotionale Begleitung und direkte Unterstützung im Alltag.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität ist in Abstimmung mit Deinem Arzt oder Deiner Hebamme auch für schwangere Frauen möglich und kann bei der Raucherentwöhnung und den einhergehenden Entzugssymptomen helfen15.

Weitere psychologische Selbsthilfetechniken beim Rauchstopp haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt.

Nikotinersatztherapie (NRT) in der Schwangerschaft

Nikotinersatztherapie in der Schwangerschaft ist nicht die erste Wahl15, kann aber unter ärztlicher Begleitung beim dauerhaften Rauchstopp helfen, wenn Dir der Entzug schwerfällt. Vor allem bei fortgeschrittener Schwangerschaft und bei Raucherinnen, die mehr als zehn Zigaretten täglich rauchen, wird die NRT angewandt13. Das in den Pflastern, Kaugummis oder Lutschtabletten enthaltene Nikotin wird jedoch auch bei diesen Produkten über die Plazenta an das Ungeborene weitergegeben, ein verringertes Geburtsgewicht wurde bei dieser Methode allerdings nicht festgestellt13. Das Wichtigste bei einer Nikotinersatztherapie in der Schwangerschaft ist es, Rücksprache mit Deinem Arzt zu halten.

Auch Nikotinbeutel mit Nicotine Polacrilex können für die Nikotinersatztherapie genutzt werden. Der Wirkstoff ist derselbe wie in Kaugummis und gibt das Nikotin besonders langsam ab. Die Produkte der Marke Helwit verwenden nur diesen Wirkstoff:

Medikamentöse Behandlung

Ein Rauchstopp in der Schwangerschaft ist ohne Medikamente der Weg mit dem geringsten Risiko für Dein ungeborenes Kind, da keine zusätzliche Wirkstoffbelastung über die Plazenta erfolgt. Medikamente zum Rauchen aufhören mit den Wirkstoffen Bupropion und Vareniclin, die sonst in der Rauchentwöhnung eingesetzt werden, sind nur unter ärztlicher Begleitung eine Möglichkeit, werden aber für Schwangere nicht empfohlen, da erst wenige wissenschaftliche Daten dazu vorliegen13. In einer australischen Studie konnte allerdings festgestellt werden, dass bei einer Anwendung der beiden Wirkstoffe im ersten Trimester der Schwangerschaft das Risiko für angeborene Fehlbildungen kaum höher ist als beim Weiterrauchen16.

E-Zigaretten — keine sichere Alternative

E-Zigaretten sind kein sicheres Mittel für einen Rauchstopp in der Schwangerschaft. Im Aerosolnebel befinden sich Substanzen, die für die kindliche Entwicklung und Lungen noch nicht ausreichend erforscht sind. Bisherige Tier- und Zellversuche zeigten, dass E-Zigaretten der Entwicklung des Kindes schaden. Das DKFZ erwähnt allerdings drei Studien zu Geburtsgewicht und -größe unter dem Einfluss von E-Zigaretten, die zu widersprüchlichen Ergebnissen gelangt sind17.

Ist es zu spät? Was ein Rauchstopp zu jedem Zeitpunkt bringt

Vielleicht ist Deine Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten und Du denkst Dir: „Es bringt ja jetzt sowieso nichts mehr." Doch ein Rauchstopp in der Schwangerschaft ist nie zu spät. Der Verzicht auf das Rauchen während der Schwangerschaft verringert die negativen Auswirkungen auf das Wachstum des Fötus sowie auf Deine eigene Gesundheit, auch wenn bereits Wochen vergangen sind. Je früher Du mit dem Rauchen aufhörst, desto besser ist es natürlich, aber auch im zweiten oder dritten Trimester bringt ein Verzicht auf Zigaretten gesundheitliche Vorteile gegenüber dem Weiterrauchen.

Wenn Du im ersten Trimester mit dem Rauchen aufhörst, kann sich das Geburtsgewicht und Wachstum des Kindes noch weitgehend normalisieren. Wenn Du im zweiten Trimester aufhörst, verbesserst Du die Lungenfunktion des Babys. Und wenn Du erst im dritten Trimester einen Rauchstopp anstrebst, wird dem Fötus immerhin in dieser Zeit kein Kohlenmonoxid und Nikotin mehr zugeführt. Es zählt also jede rauchfreie Woche.

Konkret kannst Du mit einem Rauchstopp in der Schwangerschaft folgendes bewirken:

  • Die negativen Auswirkungen auf die Entwicklung und das Wachstum des Kindes verringern sich deutlich3.
  • Die Sauerstoffversorgung des Kindes verbessert sich unmittelbar durch den Wegfall des Kohlenmonoxids.
  • Das Risiko einer Frühgeburt ist nur mehr halb so groß18.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Totgeburt ist um ein Drittel geringer18.
  • Die Chance auf eine normalgewichtige Geburt ist größer18.
  • Die Lunge des Kindes kann sich vollständig entwickeln18.
  • Es besteht ein geringeres Risiko für Geburtskomplikationen18.
  • Das Risiko für Infektionskrankheiten im späteren Leben des Kindes verringert sich18.
Checkliste: Was das Rauchen aufhören in der Schwangerschaft konkret bewirkt

Ein Rauchstopp in der Schwangerschaft hat viele gesundheitliche Vorteile.

In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der rauchenden Schwangeren in Deutschland deutlich zurückgegangen. Während im Zeitraum von 1996 bis 2006 noch 19,6 Prozent der Schwangeren geraucht haben, waren es 2007 bis 2016 nur noch 10,9 Prozent, der Anteil hat sich also fast halbiert7.

Kann ein gesundes Kind trotz Rauchen in der Schwangerschaft zur Welt kommen?

Aber gibt es nicht auch Kinder, die trotzdem gesund zur Welt kommen? Ja, es gibt Babys, die trotz mütterlichem Rauchen ohne gesundheitliche Einschränkungen geboren werden. Aber das Risiko steigt mit jeder Zigarette an. Es gibt keine Menge an Tabakrauch, die als unbedenklich für das Kind gilt. Der Körper des Kindes kämpft von Anfang an unter erschwerten Bedingungen und das individuelle Ergebnis, die Auswirkungen auf Dein eigenes Kind, ist nicht vorhersehbar. Selbst wenn ein Kind scheinbar unversehrt zur Welt kommt, können sich Langzeitschäden wie Lern-, Konzentrations- oder Atemprobleme erst später im Leben des Kindes bemerkbar machen.

Vielleicht hilft es, die Frage umzudrehen: Wäre es möglich, dass Dein Kind gesünder zur Welt kommt, wenn Du jetzt mit dem Rauchen aufhörst? Die Antwort darauf ist klar: Ja. Und das Gesundheitsrisiko Deines Kindes ist zu groß, um es darauf ankommen zu lassen.

Rauchen in der Stillzeit — das Wichtigste in Kürze

Kann man, nachdem das Baby auf der Welt ist, wieder weiterrauchen? Mit der Geburt endet die Gesundheitsgefährdung durch Rauchen nicht. Zigarettenrauch beeinflusst die Zusammensetzung der Muttermilch negativ. Nikotin geht beim Stillen direkt in die Muttermilch über, ein Säugling baut es drei- bis viermal langsamer ab als ein Erwachsener19. Mehr zum Abbau von Nikotin erfährst Du im Artikel „Wie lange bleibt Nikotin im Körper?".

Nikotin senkt außerdem den Prolaktin-Spiegel, der die Milchproduktion steuert und als natürliches Beruhigungsmittel gilt18. Trotzdem gilt: Auch für rauchende Mütter ist Stillen besser, als nicht zu stillen. Das Ziel sollte es dennoch sein, so schnell wie möglich damit aufzuhören und das Kind nicht weiter den Schadstoffen auszusetzen.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Nikotin macht abhängig. Wenn Du in der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören möchtest oder Fragen zu Nikotinersatzprodukten hast, wende Dich bitte an Deine Ärztin, Deinen Arzt oder Deine Hebamme. Nikotinhaltige Produkte sind nicht für Schwangere, Stillende oder Jugendliche bestimmt.

Quellen

  1. Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): „Alkohol und Nikotin in der Schwangerschaft und Stillzeit"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  2. Medizinische Universität Graz: „Vergiftungen und Toxine – Auswirkungen in Schwangerschaft und Stillzeit"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  3. DKFZ: „Tabakatlas Deutschland 2025"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  4. Die Techniker (TK): „Passivrauchen stoppen – Kinder schützen"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  5. Frauenärzte im Netz: „Ohne Rauchen durch die Schwangerschaft – So kann es klappen"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  6. DKFZ: „Gesundheit fördern, Tabakkonsum verringern"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  7. rauchfrei-info.de (BZgA): „Rauchen und Schwangerschaft"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  8. IRIS-Plattform: „Was du über Tabak in der Schwangerschaft wissen solltest"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  9. Frauenärzte im Netz: „Rauchen in der Schwangerschaft und seine Folgen"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  10. DKFZ Pressemitteilung: „Rauchen während der Schwangerschaft hinterlässt Spuren im Erbgut des Kindes"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  11. DocMedicus: „Rauchen in der Schwangerschaft und Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  12. DKFZ: „Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten – Ärzte in Prävention und Therapie der Tabakabhängigkeit"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  13. Deutsches Ärzteblatt: „Entzug von Nikotin und neuen Rauchprodukten: Rauchstopp während der Schwangerschaft"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  14. Jama Network Open: „Association of Maternal Cigarette Smoking and Smoking Cessation With Preterm Birth"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  15. Gesundheit.gv.at: „Rauchstopp vor der Schwangerschaft"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  16. ÄrzteZeitung: „Schwangerschaft: Medikamentöse Raucherentwöhnung wohl nicht schädlicher als weiter zu Rauchen"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  17. DKFZ: „Risiken von E-Zigaretten und Tabakerhitzern"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  18. Rauchfrei Telefon: „Schwangerschaft: Schwangerschaft und Rauchen"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
  19. Hallohebamme: „Rauchen und die Folgen fürs Kind"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)

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Häufige Fragen

Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Frühgeburt (ca. +30 %), Fehlgeburt und Totgeburt (bis +33 % bei starkem Rauchen) sowie für niedriges Geburtsgewicht, verminderten Kopfumfang und Fehlbildungen. Nikotin und Kohlenmonoxid gelangen ungefiltert über die Plazenta in den kindlichen Kreislauf und beeinträchtigen die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen.

Die Spätfolgen reichen weit über die Geburt hinaus: epigenetische Veränderungen im gesamten Erbgut des Kindes, nachweisbar im Nabelschnurblut, ein etwa dreifach erhöhtes ADHS-Risiko und ein verdoppeltes Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS). Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Lungenerkrankungen durch die Fehlregulierung des JNK2-Enhancers.

Nein. Der verbreitete Mythos, ein abruptes Aufhören schade dem Fötus durch den Nikotinentzug, ist wissenschaftlich widerlegt. Das Deutsche Ärzteblatt hält explizit fest, dass diese Annahme in jeder Hinsicht falsch ist, und die S3-Leitlinie Tabakabhängigkeit 2021 empfiehlt allen Schwangeren den sofortigen Rauchstopp. Jeder rauchfreie Tag verbessert die Sauerstoffversorgung des Fötus.

Ärzte und Leitlinien empfehlen den sofortigen, vollständigen Rauchstopp. Schrittweise Reduktion ist besser als keine Veränderung — jede nicht gerauchte Zigarette senkt die Exposition —, aber sie ist kein Ersatz für den vollständigen Stopp und hält das Suchtverhalten aufrecht. Der Rat „fünf Zigaretten weniger" greift bei starken Raucherinnen nicht.

Dass ein Aufhören schwerfällt, ist keine Frage des Willens, sondern der Abhängigkeit: Nur etwa ein Viertel der rauchenden Frauen hört während der Schwangerschaft vollständig auf. Wichtigster Schritt ist professionelle Hilfe — sprich offen mit Deiner Ärztin oder Hebamme. Leicht zugängliche Angebote sind iris-plattform.de, rauchfrei-info.de und die kostenlose Telefonberatung BIÖG unter 0800 8 31 31 31. Integrierte Programme aus Beratung und gegebenenfalls Nikotinersatz sind am wirksamsten.

Das kann ausschließlich Deine Ärztin oder Dein Arzt beantworten. Grundsätzlich gilt: NRT kann laut Deutschem Ärzteblatt leitliniengerecht eingesetzt werden, wenn der Rauchstopp ohne Unterstützung nicht gelingt, bevorzugt als Kaugummi oder Lutschtablette statt als Pflaster. gesundheit.gv.at empfiehlt NRT dagegen nicht als Standardmaßnahme, sondern nur unter ärztlicher Aufsicht. Auch NRT enthält Nikotin, das die Plazenta passiert.

Statistisch ist das möglich, aber kein Rauchen ist „sicher": Jede Zigarette erhöht das Risiko graduell, schon weniger als zehn täglich führen nachweislich zur Unterversorgung des Ungeborenen. Das individuelle Ergebnis ist nicht vorhersehbar; das Risiko für Komplikationen ist stets vorhanden.

So früh wie möglich — im besten Fall vor oder zu Beginn der Schwangerschaft. Aber es ist nie zu spät: Wer im zweiten oder dritten Trimester aufhört, verringert laut DKFZ Tabakatlas 2025 die negativen Auswirkungen auf das fetale Wachstum noch deutlich. Jede rauchfreie Woche zählt, egal in welchem Stadium.

Nikotin gelangt direkt in die Muttermilch, und ein Säugling baut es drei- bis viermal langsamer ab als ein Erwachsener. Mögliche Folgen sind Unruhe, Koliken, Trinkschwierigkeiten und eine verlangsamte Gewichtszunahme. Trotzdem gilt: Stillen ist auch für rauchende Mütter besser als nicht stillen — der Rauchstopp sollte aber aktiv angestrebt werden.

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