Ja. Nikotin gelangt aus dem Blut der Mutter direkt in die Muttermilch und reichert sich dort an. Ein Säugling baut Nikotin zudem drei- bis viermal langsamer ab als ein Erwachsener, weil sein Leberstoffwechsel noch nicht ausgereift ist.
Als frischgebackene Mutter möchte man nur das Beste für sein Baby. Gleichzeitig bringt die Stillzeit viele Fragen und Unsicherheiten mit sich, insbesondere, wenn man raucht. Ist Rauchen während der Stillzeit überhaupt möglich oder kann es dem Baby schaden? Gelangt Nikotin durch Stillen in den Körper des Neugeborenen? Welche konkreten Auswirkungen kann Rauchen in der Stillzeit auf das Kind haben und wie kann man es am besten schützen? In diesem Artikel findst Du Antworten auf diese und weitere wichtige Fragen rund um das Thema Rauchen und Stillen.
Geht Nikotin in die Muttermilch über?
Rauchen während der Stillzeit betrifft nicht nur die Gesundheit der Mutter, sondern auch die des gestillten Kindes. Chemische Substanzen wie Nikotin, Schwermetalle und Nitrosamine gelangen aus dem Blut der Mutter in die Muttermilch und so in den Körper des Säuglings. Im Unterschied zum Passivrauchen nimmt das Baby beim Rauchen in der Stillzeit den Schadstoff nicht nur über die Luft auf, sondern auch über die Nahrung. Bei Säuglingen kann die Aufnahme von Nikotin und anderen Schadstoffen unter anderem zu Unruhe, Koliken, Erbrechen und einer verlangsamten Gewichtszunahme führen2.
Wie viel Nikotin ankommt
Gelangt genauso viel Nikotin in die Muttermilch, wie sich im Blut der Mutter befindet? Tatsächlich sogar mehr: Nikotin kann sich in der Muttermilch anreichern, da diese im Vergleich zum mütterlichen Blut weniger sauer ist3. In einer Studie lag das Milch-zu-Plasma-Verhältnis bei 2,9, die Nikotinkonzentration in der Muttermilch war also im Durchschnitt fast dreimal so hoch wie im mütterlichen Plasma5. Dazu passt, dass bei rauchenden Müttern wurde ein enger Zusammenhang zwischen der Nikotinkonzentrationen im mütterlichen Blutplasma und in der Muttermilch beobachtet wurde4. Die tatsächliche Nikotinkonzentration in der Muttermilch hängt davon ab, wie hoch die mütterliche Nikotinexposition ist.
Warum der Abbau beim Säugling länger dauert
Warum wirkt eine einzige Zigarette bei einem Säugling so viel länger nach als bei der Mutter selbst? Der Grund dafür ist nicht die Menge, sondern der kindliche Stoffwechsel. Nikotin wird von Neugeborenen deutlich langsamer abgebaut als von Erwachsenen. Die Halbwertszeit von Nikotin (das ist die Zeit, in der sich die Nikotinmenge halbiert) ist bei Neugeborenen etwa drei- bis viermal länger als bei Erwachsenen.
Ein möglicher Grund dafür ist, dass die Funktion des Enzymsystems noch nicht vollständig entwickelt ist. Bei Erwachsenen spielt insbesondere das Enzym CYP2A6 eine wichtige Rolle beim Abbau von Nikotin. Die geringere bzw. veränderte Aktivität dieses Enzyms könnte dazu beitragen, dass Nikotin bei Neugeborenen länger im Körper bleibt6. Hinzu kommt, dass Nikotin bei Säuglingen eine andere Verteilung im Gewebe hat als bei Erwachsenen6. Wenn Du also mehrmals am Tag rauchst, nimmt Dein Baby über die Muttermilch immer wieder Nikotin auf. Sein Körper kann es nicht so schnell abbauen, wodurch das Nikotin länger im Körper bleibt. So gibt es für Dein Baby möglicherweise kaum noch eine wirklich nikotinfreie Phase.
>> Lies hierzu gerne: Wie lange bleibt Nikotin im Körper

Nikotin gelangt aus dem Zigarettenrauch über das Blut der Mutter in die Muttermilch und wird im Körper des Babys 3-4x langsamer abgebaut.
Was sich in der Muttermilch sonst verändert
Verändert Rauchen die Muttermilch nur durch das enthaltene Nikotin oder wirkt es sich noch auf andere Weise aus? Tatsächlich verändert sich auch die Zusammensetzung der Milch selbst. Muttermilch von Raucherinnen enthält unter anderem weniger Fett und Proteine, was wichtige Nähstoffe für das Baby sind. Auch der Anteil an lebenswichtigen Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E und dem Spurenelement Jod nimmt durchs Rauchen ab.
Diese Nährstoffe spielen eine wichtige Rolle für Wachstum, Zellschutz und das Immunsystem des Säuglings. Die Milch wird also nicht „nur" mit Nikotin belastet, sie verliert gleichzeitig an Nährwerten und verliert dadurch wichtige Eigenschaften7. Hinzu kommt, dass Rauchen den Geschmack von Muttermilch verändern kann, was das Trinkverhalten des Babys beeinflusst. Auch der schützende Effekt des Stillens vor Atemwegserkrankungen kann durch das mütterliche Rauchen abgeschwächt werden.
Was Nikotin beim gestillten Baby auslöst
Nikotin gelangt über die Muttermilch zum Säugling und kann sich unter anderem auf dessen Schlaf, Verdauung und Trinkverhalten auswirken. Bei gestillten Babys von Müttern, die rauchen, können folgende Beschwerden beobachtet werden:
- Unruhe und Schlafprobleme: Nikotin wirkt anregend und kann dazu führen, dass Babys reizbarer und unruhiger sind und schwerer einschlafen. Auch der natürliche Schlafrhythmus kann beeinträchtigt werden. Manche Säuglinge schlafen kürzer oder weniger ruhig, wirken nervös oder schreien häufiger.
- Koliken: Nikotin kann das Nervensystem und den Darm beeinflussen und dadurch Bauchkrämpfe, Blähungen, Übelkeit oder Erbrechen auslösen. Zudem kann sich der Geschmack der Muttermilch verändern, sodass manche Babys weniger oder unwilliger trinken. Wenn ein Säugling beim Stillen besonders unruhig ist, kann er außerdem vermehrt Luft schlucken. Diese sogenannte Aerophagie kann Blähungen und kolikartige Beschwerden zusätzlich verstärken.
- Trinkschwierigkeiten: Manche Babys von Raucherinnen trinken unwilliger, kürzer oder in größeren Abständen. Neben einer möglichen Geschmacksveränderung der Muttermilch kann auch die Wirkung von Nikotin auf das Nervensystem eine Rolle spielen. Bei einer stärkeren Nikotinbelastung kann ein Säugling ungewöhnlich schläfrig, kraftlos oder teilnahmslos wirken (sogenannte Lethargie) und dadurch weniger effektiv saugen. Gleichzeitig kann Rauchen den Milcheinschuss verzögern und die Milchmenge beeinflussen. Dadurch muss sich das Baby beim Trinken stärker anstrengen und ermüdet schneller. Auch die durch Nikotin ausgelöste Unruhe kann das Stillen erschweren.
- Verlangsamte Gewichtszunahme: Wenn ein Baby aufgrund von Trinkschwierigkeiten oder einer geringeren verfügbaren Milchmenge weniger Nahrung aufnimmt, kann das die Gewichtszunahme beeinträchtigen. Übelkeit und Erbrechen können die Nahrungsaufnahme zusätzlich erschweren. Auch ein veränderter Geschmack der Muttermilch kann dazu führen, dass Babys weniger trinken und so weniger Nährstoffe aufnehmen.
Diese Symptome können viele verschiedene Ursachen haben und werden deshalb nicht immer mit einer Nikotinbelastung in Verbindung gebracht. Auch Zahnen, eine vorübergehende Schreiphase oder eine Unverträglichkeit können ähnliche Symptome verursachen. Wenn Du rauchst und Dir bei Deinem Baby öfters Unruhe, Schlaf- oder Trinkprobleme, Verdauungsbeschwerden oder eine auffällig langsame Gewichtszunahme auffällt, wende Dich am besten an Deine Hebamme oder Kinderärztin. So kann ärztlich abgeklärt werden, welche Ursache dahinterstecken könnte und was dem Säugling am besten hilft.

Nikotin kann beim gestillten Baby zu Unruhe und Schlafproblemen führen.
Rauchen mindert die Milchproduktion
Beeinflusst Rauchen auch die Menge der produzierten Muttermilch, oder bleibt diese davon unberührt? Rauchen kann die Milchbildung der Mutter beeinflussen. In einer Studie lag die täglich produzierte Milchmenge bei rauchenden Müttern bei durchschnittlich 693 Gramm, während es bei Nichtraucherinnen 961 Gramm waren8. Das ist ein Unterschied von 268 Gramm bzw. knapp 28 Prozent. Auch andere Studien zeigen, dass Raucherinnen während der Stillzeit 200 bis 300 Milliliter weniger Milch produzieren als Nichtraucherinnen9.
Ein möglicher Grund ist die Beeinflussung des Prolaktinhaushalts durch Nikotin. Prolaktin ist ein Hormon, das die Milchproduktion steuert. Rauchen kann die hormonelle Regulation beeinflussen und dadurch die Milchmenge verringern9. Eine geringere Milchmenge kann das Stillen zusätzlich erschweren. Wenn Dein Baby nicht satt wird und es mehrere Stillversuche braucht, kann das belastend und stressig sein. Gerade wenn Du ohnehin versuchst, Deinen Zigarettenkonsum zu reduzieren, kann eine solche zusätzliche Belastung das Rauchverlangen verstärken. Die genannte Studie zeigte außerdem, dass die Babys der rauchenden Mütter weniger Gewicht zunahmen als die Babys der Nichtraucherinnen8.
Wie stark Rauchen die Milchmenge tatsächlich beeinflusst, kann von Mutter zu Mutter unterschiedlich sein. Insgesamt gibt es jedoch einen klaren Zusammenhang zwischen Rauchen und einer geringeren Milchproduktion.
Stillen trotz Rauchen — ja oder nein?
Dass Zigarettenrauch gesundheitsschädlich ist, steht außer Frage. Dein Baby sollte möglichst nicht mit Tabakrauch in Kontakt kommen und so wenig wie möglich mit den darin enthaltenen Schadstoffen belastet werden. Doch was bedeutet das für Dich, wenn Du rauchst? Solltest Du abstillen oder trotzdem weiterstillen? Auch wenn Du rauchst, ist Stillen in der Regel weiterhin sinnvoll. Am besten für Dich und Dein Baby ist natürlich, wenn Du mit dem Rauchen aufhörst. Doch auch wenn Dir das aktuell nicht gelingt, musst Du deshalb nicht automatisch abstillen. Muttermilch enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe und bringt gesundheitliche Vorteile für das Baby, darunter ein geringeres Risiko für Atemwegserkrankungen und den plötzlichen Kindstod (SIDS)1.
Bisher gibt es keine wissenschaftlich festgelegte Grenze, ab welcher Menge gerauchter Zigaretten die Schadstoffbelastung der Muttermilch die Vorteile des Stillens überwiegt1. Wenn Du rauchst, solltest Du daher nicht allein deshalb auf das Stillen verzichten. Auch die Muttermilch einer rauchenden Mutter bleibt aufgrund ihrer Zusammensetzung und der enthaltenen Nährstoffe grundsätzlich wertvoll für das Baby2.
Besonders wichtig ist jedoch, die Belastung Deines Babys durch Tabakrauch so weit wie möglich zu reduzieren. Wenn Du es momentan nicht schaffst, gleichzeitig zu stillen und vollständig mit dem Rauchen aufzuhören, kannst Du die Anzahl der Zigaretten reduzieren und Dein Baby möglichst konsequent vor Tabakrauch zu schützen. Professionelle Unterstützung kann Dir beim Rauchstopp oder bei der Reduktion des Rauchens helfen.
Wie lange nach dem Rauchen sollte man mit dem Stillen warten?
Eine genaue Zeitangabe dafür, wie lange Du zwischen dem Rauchen und dem nächsten Stillen warten sollst, gibt es nicht. Fest steht aber, je größer der zeitliche Abstand zwischen Rauchen und Stillen ist, desto besser. Daher wird empfohlen, möglichst vor dem Rauchen zu stillen und anschließend zu rauchen, um den Zeitraum bis zur nächsten Stillmahlzeit bestmöglich auszunutzen3.
Nikotin gelangt über das Blut in die Muttermilch. Die Halbwertszeit von Nikotin in der Muttermilch beträgt etwa 90 Minuten. Das bedeutet, dass sich die Nikotinmenge nach dieser Zeit ungefähr halbiert10. Der Nikotingehalt in der Muttermilch ist etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Rauchen am höchsten und nimmt anschließend wieder ab. Nach rund drei Stunden ist er deutlich gesunken. Die Biopsychologin Dr. Julie Mennella empfiehlt deshalb, nach dem Rauchen möglichst einige Stunden zu warten, bevor wieder gestillt wird11.
Nach dem Rauchen steigt neben dem Nikotinspiegel auch die Kohlenmonoxid-Konzentration im Körper und in der Atemluft der Mutter an und ist besonders in der ersten Stunde erhöht. Das Baby sollte deshalb unmittelbar nach dem Rauchen möglichst nicht mit der ausgeatmeten Luft der Mutter in Kontakt kommen10.
Das Still-Lexikon empfiehlt, mindestens zwei Stunden vor dem Stillen nicht zu rauchen1. Als allgemeingültige Wartezeit gilt das allerdings nicht. Als Grundregel gilt: Wenn Du rauchst, stille am besten direkt davor und halte anschließend einen möglichst großen zeitlichen Abstand bis zur nächsten Stillmahlzeit ein.
Passivrauchen nach der Geburt: das unterschätzte Risiko
Ist das Risiko für Dein Baby vorbei, sobald es nicht mehr über die Muttermilch mit Nikotin in Kontakt kommt? Nein, auch über die Luft können schädliche Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs in den Körper Deines Kindes gelangen, und für viele Babys beginnt diese Belastung sogar schon vor der Geburt: Durch Rauchen in der Schwangerschaft gelangen Nikotin und weitere Schadstoffe über die Plazenta ins Blut des ungeborenen Kindes. Säuglinge, die in einem Haushalt mit Tabakrauch aufwachsen, atmen die Schadstoffe direkt ein. Kinder atmen schneller als Erwachsene und haben ein geringeres Körpergewicht. Dadurch nehmen sie im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr Schadstoffe auf. Gleichzeitig sind ihre Entgiftungsorgane noch nicht vollständig entwickelt, sodass bestimmte Schadstoffe aus dem Tabakrauch weniger effektiv abgebaut werden können7.

Dein Baby kann die schädlichen Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs auch über die Luft aufnehmen.
Bei Kindern, die regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt sind, treten beispielsweise häufiger Mittelohrentzündungen und Atemwegsinfekte auf, auch das Risiko für Husten, Asthma und Allergien kann steigen7. Außerdem gilt Passivrauchen als wichtiger Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod (SIDS)3. Du solltest Dein Kind deshalb möglichst konsequent vor Tabakrauch schützen und es von rauchenden Personen und verrauchten Räumen fernhalten.
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Rauchstopp in der Stillzeit — was hilft
Am besten schützt Du Dein Kind in der Stillzeit, wenn Du vollständig mit dem Rauchen aufhörst. Ein Rauchstopp ist allerdings nicht immer einfach, da Nikotin schnell abhängig macht, und gerade die erste Zeit mit Baby durch Schlafmangel, Stress und neue Routinen besonders herausfordernd sein kann. Es gibt aber verschiedene Unterstützungsangebote, die Dir dabei helfen können:
- Ärztin, Kinderärztin oder Hebamme: Deine Hebamme kann Dich beim Rauchstopp im Alltag begleiten und gemeinsam mit Dir Strategien entwickeln, die zu Deiner persönlichen Situation passen. Wenn Dir der Rauchstopp nicht sofort gelingt, kann sie Dir außerdem zeigen, wie Du die Schadstoffbelastung für Dein Kind möglichst gering hältst. Bei starken körperlichen Entzugssymptomen durch Nikotin oder Fragen zu einer Nikotinersatztherapie ist eine ärztliche Beratung sinnvoll. Dazu gehören Nikotinpflaster, -kaugummis und -sprays. Ob und in welcher Form diese Produkte in der Stillzeit infrage kommen, solltest Du immer ärztlich abklären.
- Telefonberatung des BIÖG: Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 8 31 31 31 erreichst Du in Deutschland die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Dort erhältst Du eine individuelle Beratung sowie kostenloses Infomaterial und Broschüren.
- rauchfrei-info.de und iris-plattform.de: Auch online findest Du Unterstützung für Deinen Rauchstopp. Es gibt Angebote zu Informationen, Selbsttests, kostenlose Online-Programme und Möglichkeiten zur individuellen Begleitung und zum Austausch.
- Trigger erkennen und Routinen verändern: Besonders in den ersten Monaten nach der Geburt kann es durch Schlafmangel, Stress und veränderte Tagesabläufe schwieriger sein, rauchfrei zu bleiben. Es kann helfen, typische Auslöser für das Rauchen zu erkennen und für diese Situationen bewusst Alternativen einzuplanen, beispielsweise einen kurzen Spaziergang, ein Glas Wasser oder eine andere Beschäftigung für Hände und Mund.
Nikotinersatztherapie (NRT) in der Stillzeit: Auch Nikotinersatzprodukte enthalten Nikotin, das in die Muttermilch übergehen kann. Die Datenlage zur Sicherheit einer NRT in der Stillzeit ist uneinheitlich4. Während einige Quellen sie als vereinbar mit dem Stillen einstufen, raten andere aufgrund möglicher Risiken, unter anderem für die kindliche Lungenentwicklung, eher davon ab4. Wenn Du über eine Nikotinersatztherapie nachdenkst, solltest Du deshalb gemeinsam mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin abwägen, ob und welches Produkt für Dich infrage kommt. Eine Anwendung sollte nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache erfolgen.
Medikamente zur Rauchentwöhnung in der Stillzeit: Zur Rauchentwöhnung werden unter anderem die Medikamente Bupropion und Vareniclin eingesetzt. Ob sie sich für die Stillzeit eignen, wird unterschiedlich gesehen. Bupropion kann bei alleiniger Anwendung und unter guter Beobachtung des Kindes unter bestimmten Voraussetzungen verwendet werden12, 13. Für Vareniclin liegen dagegen bislang keine ausreichenden Daten zur Anwendung in der Stillzeit vor14. Ob eine medikamentöse Unterstützung für Dich infrage kommt, solltest Du immer mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen.
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E-Zigaretten und Nikotinbeutel in der Stillzeit: E-Zigaretten sind in der Stillzeit ebenfalls nicht gesundheitlich unbedenklich. Nikotin kann auch dabei in die Muttermilch gelangen. Deshalb wird empfohlen, E-Zigaretten in der Stillzeit möglichst abzusetzen3. Wenn Dir das nicht gelingt, solltest Du den Konsum möglichst stark reduzieren und grundsätzlich nicht in der Nähe Deines Kindes oder in geschlossenen Räumen dampfen3. Auch Nikotinbeutel sind in der Stillzeit keine sichere Alternative, da das enthaltene Nikotin in den Blutkreislauf und damit auch in die Muttermilch gelangen kann3. Nikotinfreie Beutel hingegen enthalten kein Nikotin und können daher eine mögliche Alternative sein, wenn Dir das Ritual des Konsums hilft, auf Nikotin zu verzichten.
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Weitere Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören
Neben den Risiken durch das Rauchen und Stillen gibt es weitere Gründe, warum Rauchen schädlich ist und es sich lohnt, aufzuhören:
- Raucherbein, Raucherhusten und Raucherlunge sind typische Folgeerkrankungen, deren Risiko mit jedem rauchfreien Jahr sinkt.
- Die Risiken des Passivrauchens treffen die Menschen um Dich herum – Partner, Kinder und Kollegen atmen dieselben Schadstoffe ein.
- Rauchen in der Schwangerschaft wirkt auf zwei Körper schädlich mit erheblichen Risiken und Folgen für das Baby.
- Zahlreiche Vorteile mit dem Rauchen aufzuhören für Körper, Psyche und Geldbeutel.
Quellen
- Still-Lexikon: „Rauchen, Alkohol, Kaffee und weitere Genussmittel in der Stillzeit"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- Medizin Uni Tübingen: „Informationen zur Vereinbarkeit von Stillen mit Alkohol, Zigaretten und Cannabis"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- DocMedicus: „Tabakkonsum in der Stillzeit"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- LactMed: „Nicotine"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- PubMed: „Nicotine and cotinine concentrations in the nursing mother and her infant"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- PubMed: „Nicotine metabolism and elimination kinetics in newborns"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- Hallohebamme: „Rauchen und die Folgen fürs Kind"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
- PubMed: „Smoking during pregnancy and lactation and its effects on breast-milk volume"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- News Medical: „Smoking and Breastfeeding"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- La Leche League International: „Smoking and Breastfeeding"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- The naked scientists: „Breastmilk and Nicotine"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- Embryotox: „Bupropion"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- LactMed: „Bupropion"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)
- LactMed: „Vareniclin"(Zuletzt aufgerufen am 21.09.2026)













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