Snus Stärke

Snus Stärke: Warum der Nikotingehalt nicht der einzige Anhaltspunkt ist

Snus Stärke: Warum der Nikotingehalt nicht der einzige Anhaltspunkt ist

Wie stark Snus und Nikotinbeutel sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Naheliegenderweise ist der Nikotingehalt ein wesentlicher Faktor. Weißt du aber auch, was es noch alles zu beachten gilt, um die Wirkstärke von Snus richtig einschätzen zu können?

Snus Stärke: Warum der Nikotingehalt nicht der einzige Anhaltspunkt ist

Wie stark Snus und Nikotinbeutel sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Naheliegenderweise ist der Nikotingehalt ein wesentlicher Faktor. Weißt du aber auch, was es noch alles zu beachten gilt, um die Wirkstärke von Snus richtig einschätzen zu können?

Ist dir vielleicht schon einmal aufgefallen, dass sich Snus unterschiedlicher Marken, selbst wenn sie den gleichen Nikotingehalt besitzen, unterschiedlich stark anfühlen können? Grund dafür sind weitere wichtige Faktoren, welche die sogenannte "Wirkstärke" wesentlich beeinflussen. Um die gefühlte Stärke von Snus also richtig einschätzen zu können, muss man erst einmal wissen, welche weiteren Faktoren hier eine wesentliche Rolle spielen.

Was ist mit Snus Stärke eigentlich gemeint?

Die Stärke von Snus wird oft lediglich mit dem Nikotingehalt in Verbindung gebracht. Obwohl dies durchaus naheliegt, ist der Nikotingehalt alleine für die Einschätzung der sogenannten Wirkstärke aber nicht ausreichend. Unter Wirkstärke ist nämlich das Ausmaß der sogenannten pharmakodynamischen Effekte des Nikotins beim Konsum von Snus/Nikotinbeutel gemeint - und ebendies meinen die meisten, wenn sie von der Stärke eines Snus sprechen.

Das Ausmaß ebensolch pharmakodynamischer Effekte knüpft sich zwar an die enthaltene Nikotindosis, wird aber nicht ausschließlich von dieser beeinflusst. Man könnte folglich sagen: Die Wirkstärke eines Snus wird vom Nikotingehalt (der enthaltenen Nikotindosis) maßgeblich beeinflusst, dieser reicht alleine für das Einschätzen/Bestimmen der Wirkstärke aber noch nicht aus.

Um Mehrdeutigkeiten auszuschließen, soll im Folgenden mit Snus Stärke genau diese Wirkstärke und nicht bloß die Nikotindosis/der Nikotingehalt gemeint sein. Es wird also darum gehen, welche Faktoren die Stärke der Snus Wirkung beeinflussen und wieso sie dies tun.

Vier essenzielle Faktoren für die Stärke von Snus

Im Wesentlichen sind es vier Faktoren, welche die Stärke von Snus maßgeblich beeinflussen:

  • Der Nikotingehalt
  • Die Beutelfeuchtigkeit
  • Die in der Beutelrezeptur eingearbeitete Nikotinform
  • Der pH-Wert des Beutelinhaltes

Wer folglich vor einem Snus-Kauf die Stärke richtig einschätzen möchte, sollte ebendiese vier Punkte beachten.

Der Nikotingehalt als grundlegender Faktor für die Snus Stärke

Dass der Snus Nikotingehalt zur Stärke maßgeblich beiträgt, wirkt trivial - denn es liegt nahe: Je mehr Nikotin eine Portion enthält, desto stärker wird (in der Regel) auch der Nikotineffekt ausfallen. Besonders dann, wenn verschiedene Produkte ähnliche Beutelrezepturen (Feuchtigkeit, pH-Wert & Nikotinform) haben, sich aber hinsichtlich des Nikotingehaltes unterscheiden.

Mit der mg/Beutel-Nikotin-Angabe wird einem auf den einzelnen Snus-Dosen eine ebensolche Kennzahl auch geliefert. Neben diesem Wert gibt es noch die mg/g-Angabe, welche als Industriestandard hinsichtlich der Stärke-Kennzeichnung auf den Dosen gilt. Für eine Einschätzung der Wirkstärke, liefert der mg/Beutel-Wert aber eine genauere Angabe - denn er kennzeichnet schließlich, wie viel Nikotin je Portion tatsächlich enthalten ist.

Unterschied zwischen mg/g und mg/Beutel-Angabe

Für Ersteres gelten länderspezifisch unterschiedliche gesetzlich zulässige Grenzwerte. Sowie derselbe Grenzwert aber nicht die mg/Beutel-Angabe regelt, kann der mg/Beutel-Nikotingehalt eines Snus auch höher wie der mg/g-Anteil ausfallen, ohne dass dies mit ebensolchen gesetzlichen Vorgaben konfligieren müsste. So könnte beispielsweise bei einem gültigen Grenzwert von 16,6 mg/g ein Nikotinbeutel mit 1,3 Gramm Füllmenge zu einem Nikotingehalt von 21,6 mg/Beutel (16,6 x 1,3 = 21,6) führen.

Wieso die mg/g-Angabe durchaus Sinn macht(/e)

Auf die bisherigen Entwicklungen von (tabakhaltigen) Snus-Produkten blickend, möchte hinsichtlich der mg/g-Angabe eine (dafür sinnstiftende) Tatsache nicht unerwähnt bleiben. Geschichtlich betrachtet wurde sogenannter Portionssnus nämlich erst später als die "lose" Variante entwickelt, wobei beim traditionellen losen Snus-Tabak die einzelnen Portionen vom Nutzer selbst portioniert wurden/werden. Um hier die Stärke einer einzelnen Portion abschätzen zu können, wurde/wird eben der mg/g-Nikotinanteil als Referenz herangezogen.

Dass sich die mg/g-Angabe bis heute auch bei Portionssnus als Industriestandard hinsichtlich der Stärke-Angabe auf den Dosen halten konnte, mag wohl in eben dieser Entwicklungsgeschichte von Snus-Produkten ihren Ursprung haben.

Wie die Feuchtigkeit die Snus Stärke beeinflusst

Ein weiterer, die Wirkstärke stark beeinflussender Faktor ist die Feuchtigkeit der Beutel. Dies vor allem deshalb, weil sich durch die Feuchtigkeit die Geschwindigkeit und Dauer der Nikotinfreisetzung aus den Beuteln regelt. Hier kann man sich folgende Faustregel merken: Je feuchter ein Snus/Nikotinbeutel ist, desto schneller wird das Nikotin aus den Pouches meist auch freigesetzt. In extremen Fällen kommt es so zu einer Freisetzung von 70 % des gesamten in einem Beutel enthaltenen Nikotins in den ersten 5 Minuten.

Wenn ein feuchter und ein trockener Beutel in den Vergleich gezogen werden, reichert sich beim Feuchteren folglich in kürzerer Zeit mehr gelöstes Nikotin im Mundraum und an der Mundschleimhaut an, was dazu führen kann (wenn ein weiterer Faktor, der gleich erwähnt wird, mitspielt), dass größere Mengen an Nikotin in kürzerer Zeit über die Mundschleimhaut resorbiert werden und in den Blutkreislauf gelangen können. Die Folge ist eine anfänglich steile Wirkspitze im sogenannten Wirkprofil - wobei die Nikotinwirkung so schneller spürbar ist. Je trockener ein Beutel hingegen ist, desto konstanter und länger wird dieser sein enthaltenes Nikotin auch abgeben.

Wie die Nikotinart die Snus Stärke beeinflusst

Neben Nikotingehalt und Beutelfeuchtigkeit spielt die Art, in welcher Nikotin in der Beutelrezeptur verarbeitet wurde, eine wichtige Rolle - denn Nikotin kann darin in unterschiedlichen Formen vorkommen, wobei ebensolche die Aufnahme über die Mundschleimhaut beschleunigen respektive verlangsamen. So lässt sich grob zwischen folgenden Nikotinformen im Snus unterscheiden, geht es darum die Resorptionsgeschwindigkeit über die Mundschleimhaut zu erklären:

  • Nicotine Polacrilex - langsame Resorptionsgeschwindigkeit
  • Nikotinsalz - moderate Resorptionsgeschwindigkeit
  • Freebase Nikotin - schnelle Resorptionsgeschwindigkeit

Nikotin Polacrilex kann dabei eine besonders kontrollierte und langsame Aufnahme über die Mundschleimhaut gewährleisten, wohingegen Nikotin als freie Base - in seiner ungeladenen Form also - die Biomembran der Mundschleimhaut besonders leicht und schnell passiert.

Für die Stärke von Snus ist es also auch ausschlaggebend, welche Nikotinart in der Beutelrezeptur vorkommt. Und um an dieser Stelle ein noch differenzierteres Bild zu zeichnen: Der Anteil an sogenanntem Freebase Nikotin wird von Herstellern, sowie beispielsweise vorwiegend Nikotinsalze in der Beutelrezeptur verwendet werden, gezielt über den pH-Wert gesteuert, was auch erklärt, warum pH-Regulatoren als Inhaltsstoffe in Nikotinbeuteln/Snus vorkommen.



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Wie der pH-Wert die Snus Stärke beeinflusst

Folgende Aussage trifft auf Nikotinbeutel/Snus zu, welche vorwiegend Nikotinsalze enthalten: Je höher der pH-Wert der Beutelrezeptur ist, desto höher ist auch der in den Beuteln enthaltene Anteil an Freebase Nikotin. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, warum zwei Produkte mit identischem Nikotingehalt (mg/g) völlig unterschiedlich wirken können – ein pH-Wert-Unterschied von einer Einheit verändert den Freebase-Anteil hier bereits maßgeblich.

Für Nikotinbeutel/Snus, welche lediglich Nicotine Polacrilex enthalten, gilt dieselbe Aussage so hingegen nicht. Denn hier ist das Nikotin an ein sogenanntes Ionentauscherharz gebunden und es gilt:

  • Schritt 1 – Freisetzung aus dem Harz: Die Freisetzungsrate hängt primär von der Ionenkonzentration des Speichels ab, nicht vom pH-Wert. Der pH-Wert allein löst Nikotin nicht schneller aus dem Harz.
  • Schritt 2 – Nach der Freisetzung: Sobald Nikotin das Harz verlassen hat, verhält es sich wie bei Nikotinsalzen – hier greift dann der pH-Wert-Effekt wieder vollständig. Ein höherer pH-Wert würde den Freebase-Anteil des bereits freigesetzten Nikotins hier erhöhen.

Bei hybriden Snus-Varianten - wenn sowohl Nicotine Polacrilex als auch Nikotinsalze enthalten sind - lässt sich mit einer pH-Wert Erhöhung der Beutelrezeptur folglich jener Anteil an Freebase Nikotin erhöhen, der sich über das enthaltenen Nikotinsalz im Beutel ergibt, und zusätzlich jener Anteil, welcher sich in einem zweiten Schritt ergibt, sowie die Freisetzung aus dem Ionentauscherharz geschehen ist und sich damit der Anteil an freier Base in dem im Speichel gelösten Nikotin erhöht.

Anmerkung: Ein erhöhter pH-Wert bei Snus lässt sich meist leicht über ein auffallendes Prickeln/Brennen während des Konsums erkennen, wie dies beispielsweise bei den bekannten Velo Snus der Fall ist.

Die spürbare Snus Stärke wird über die Beutelrezeptur reguliert

So komplex das eben Erwähnte klingt, so komplex sind schließlich auch die Hintergründe unterschiedlicher Beutelrezepturen verschiedener Hersteller. In jedem Fall gilt, dass Hersteller mittels einer bestimmten pH-Wert-Regulierung der Beutelrezeptur in Kombination mit der darin enthaltenen Nikotinform und der Beutelfeuchtigkeit ganz gezielt am Wirkprofil eines Produkts schrauben können.

Nun kann man auch verstehen, wieso der Nikotingehalt alleine für die Snus Stärke zu wenig Aussagekraft besitzt und wieso sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Snus lohnen kann. Um unseren Kunden eine ebensolche Einschätzung der Stärke von Snus erleichtern zu können, finden sich in den jeweiligen Snuzone-Kollektions-/Produktbeschreibungen neben dem Nikotingehalt auch Verweise auf Feuchtigkeit, Nikotinform und pH-Wert - und folglich die tatsächliche Wirkstärke eines Snus/Nikotinbeutelproduktes.

>> Lies gerne auch: Wie finde ich den richtigen Nicotine Pouch und Snus?

Quellen

  1. McEwan et al. (2022) – Nicotine pharmacokinetics of oral nicotine pouches(Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung - Gesundheitliche Bewertung von Nikotinbeuteln (Nikotinpouches)(Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)
  3. ScienceDirect – Nicotine Lozenge Overview (Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)
  4. Google Patent WO2021053078A1 – Nicotine Pouch Formulierung(Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)
  5. Grokipedia – Nicotine Polacrilex (Ionenaustausch-Mechanismus)(Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)
  6. Lunell et al. – Nicotine pharmacokinetics of nicotine pouches (referenziert via snusboss.com)(Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)
  7. Evaluation of Factors Impacting Nicotine Permeation in Oral Nicotine Pouch Products (PMC)(Zuletzt aufgerufen am 04.03.2026)

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