Raucherhusten ist ein chronischer Husten, der durch den tabakrauchbedingten Verlust der Selbstreinigungsfunktion der Atemwege entsteht: Schadstoffe im Zigarettenrauch lähmen und zerstören die Flimmerhärchen (Zilien) in den Bronchien, sodass sich Schleim ansammelt, den der Körper durch Husten abzutransportieren versucht. Er gilt als Frühwarnsignal für chronische Bronchitis und COPD.
Wenn Du rauchst, kommt Dir dieser Start in den Tag wahrscheinlich bekannt vor: Aufwachen, und schon beginnt der Husten. Für viele Raucher gehört er so selbstverständlich zum Morgen dazu, dass sie ihn kaum noch wahrnehmen. Doch solltest Du Dich wirklich daran gewöhnen oder steckt dahinter ein ernstzunehmendes Warnsignal? Was passiert beim Raucherhusten eigentlich in den Atemwegen? Warum tritt er besonders morgens auf? Und welche Maßnahmen helfen langfristig, nicht nur für einen Tag? Die Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema Raucherhusten findest Du hier.
Was ist Raucherhusten?
Du hast den Begriff bestimmt schon oft gehört. Doch was genau steckt eigentlich hinter Raucherhusten? Damit ist ein chronischer Husten gemeint, der durch regelmäßiges Rauchen entstehen kann. Der Tabakrauch beeinträchtigt dabei nach und nach die natürliche Selbstreinigungsfunktion der Atemwege. Typisch ist, dass der Husten vor allem morgens auftritt und häufig von zähem Auswurf begleitet wird. Gerade weil er sich schleichend entwickelt und für viele Rauchende zum Alltag gehört, wird er oft unterschätzt. Dabei kann Raucherhusten ein frühes Warnsignal für tabakbedingte Atemwegsschäden sein.
Wie es dazu kommt: Geschädigte Flimmerhärchen
Doch wie genau löst Zigarettenrauch den Raucherhusten aus? Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Zilien oder Flimmerhärchen. In den Bronchien, die die Luft in die Lunge leiten, befinden sich Millionen dieser winzigen Härchen. Gemeinsam mit den schleimproduzierenden Zellen bilden sie den natürlichen Reinigungsmechanismus der Atemwege. Die Flimmerhärchen bewegen den Schleim mit den darin gebundenen Staubpartikeln, Schadstoffen und Krankheitserregern kontinuierlich in Richtung Rachen. Dort kann der Schleim abgehustet oder geschluckt werden. Zigarettenrauch enthält Tausende chemische Verbindungen, darunter Teer, Giftstoffe und krebserregende Substanzen. Viele dieser Stoffe beeinträchtigen die Funktion der Flimmerhärchen bereits beim ersten Kontakt, bei regelmäßigem Rauchen können sie dauerhaft geschädigt werden1.
Ohne funktionierende Zilien kann der Schleim nicht mehr ausreichend aus den Bronchien abtransportiert werden. Gleichzeitig reagieren die Schleimhäute auf die ständige Reizung mit einer vermehrten Produktion von zähem Schleim2. Dieser sammelt sich in den Atemwegen an und muss aus dem Körper entfernt werden. Der Husten übernimmt die Aufgabe der geschädigten Flimmerhärchen und befördert den Schleim und darin gebundene Schadstoffe aus den Atemwegen. Der Raucherhusten ist also ein Zeichen dafür, dass die natürliche Reinigungsfunktion der Atemwege eingeschränkt ist.
Raucherhusten Symptome: Was typisch ist
Raucherhusten kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen. Typisch sind vor allem Husten am Morgen und zäher Auswurf. Mit zunehmender Reizung und Schädigung der Atemwege können weitere Beschwerden hinzukommen.
- Morgenhusten: Während der Nacht sammelt sich Schleim in den Bronchien an. Da Du während des Schlafens nicht rauchst, kann sich die Reinigungsfunktion der Atemwege teilweise erholen. Am Morgen wird der angesammelte Schleim vermehrt abtransportiert, wodurch ein besonders starker Hustenreiz entstehen kann.
- Zäher oder vermehrter Auswurf (Sputum): Der Schleim ist häufig dickflüssig und die Farbe kann sich mit der Zeit verändern. Meist ist er anfangs klar, später kann er sich auch gelblich, grünlich oder bräunlich verfärben. Neben der Konsistenz kann auch die Menge des Auswurfs zunehmen. Manche Betroffene müssen sich daher regelmäßig räuspern oder den Schleim abhusten.
- Kurzatmigkeit bei Belastung: Wenn die Atemwege bereits stärker geschädigt sind, kann zusätzlich Atemnot bei körperlicher Belastung auftreten. Das kann unter anderem mit einer rauchbedingten chronischen Bronchitis (eine dauerhafte Entzündung der Bronchien) oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zusammenhängen3.
- Wiederkehrende Atemwegsinfekte: Durch die beeinträchtigte Selbstreinigungsfunktion der Atemwege können sich Schadstoffe und Krankheitserreger leichter in den Bronchien festsetzen. Dadurch steigt das Risiko für wiederkehrende Atemwegsinfekte. Die Bronchien sind dauerhaft gereizt und es entsteht eine sogenannte Raucherbronchitis, wodurch Infekte der Atemwege schwerer verlaufen und länger dauern.
- Pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche: Gereizte oder verengte Atemwege können beim Ein- und Ausatmen pfeifende oder rasselnde Geräusche verursachen. Auch Schleim in den Atemwegen kann solche Geräusche begünstigen.

Raucherhusten kann unter anderem zu Kurzatmigkeit bei Belastung, etwa beim Treppensteigen, führen.
Wie gefährlich ist Raucherhusten?
Wenn der Husten doch nur Schleim aus der Lunge befördert, was soll daran gefährlich sein? Raucherhusten ist nicht einfach eine harmlose Begleiterscheinung des Rauchens, sondern ein Zeichen dafür, dass die Atemwege durch den Tabakrauch gereizt sind. Durch die dauerhafte Belastung kann die Funktion der Flimmerhärchen beeinträchtigt werden, während die Atemwege gleichzeitig häufiger entzündet sind. Langjähriges Rauchen kann die Lunge und Atemwege dauerhaft schädigen und das Risiko für Erkrankungen wie chronische Bronchitis und COPD deutlich erhöhen. Auch das Risiko für Lungenkrebs steigt durch Tabakkonsum stark an.4 Rund 80 bis 90 Prozent der COPD-Betroffenen in Deutschland sind aktive oder ehemalige Raucher oder waren über längere Zeit Tabakrauch ausgesetzt.3 Rauchen zählt damit zu den wichtigsten Risikofaktoren für COPD.
COPD: Wenn Raucherhusten chronisch wird
Anhaltender Raucherhusten kann ein frühes Warnzeichen für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sein. Dabei sind die Atemwege dauerhaft verengt und entzündet, wodurch das Atmen zunehmend schwerfallen kann. Die Erkrankung ist nicht heilbar, ihr Verlauf lässt sich jedoch beeinflussen und verlangsamen. Rauchen gilt laut DKFZ Tabakatlas als wichtigste Ursache für COPD. Gleichzeitig ist Tabakkonsum für fast 20% aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland verantwortlich.5
Was zunächst wie ein harmloser Raucherhusten wirkt, kann sich im Laufe der Zeit zu einer chronischen Bronchitis entwickeln. Bei einer COPD kommt eine dauerhafte Verengung der Atemwege hinzu, wodurch Beschwerden wie Husten, Auswurf und Atemnot entstehen können. In einem späteren Stadium kann zudem ein Lungenemphysem auftreten, bei dem die Lungenbläschen dauerhaft geschädigt und zerstört werden. Mögliche Warnsignale für eine COPD sind ein über längere Zeit bestehender Husten mit Auswurf, Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung (etwa beim Treppensteigen) und häufig wiederkehrende Infekte der Atemwege. Wenn Du solche Anzeichen bei Dir bemerkst, solltest Du das ärztlich abklären lassen und sie nicht als normale Folge des Rauchens abtun.
Raucherhusten den ganzen Tag: Was bedeutet das?
Woran erkennst Du, ob Dein Husten noch „nur" Raucherhusten ist oder schon mehr? Husten am Morgen ist bei Rauchern keine Seltenheit. Nach der nächtlichen Rauchpause versucht der Körper, angesammelten Schleim aus den Atemwegen zu entfernen. Deshalb tritt der typische Raucherhusten häufig besonders morgens auf. Wenn der Husten jedoch den ganzen Tag anhält oder über Wochen und Monate stärker wird, kann eine anhaltende Reizung der Atemwege dahinterstecken. Ein chronischer Husten kann außerdem ein Symptom von chronischer Bronchitis oder COPD sein. Medizinisch spricht man ab einer Dauer von mehr als acht Wochen von chronischem Husten.13, 15
Geht Dein Husten nicht auf eine Erkältung zurück, ist eine ärztliche Abklärung aber schon früher sinnvoll, wenn er länger als drei Wochen anhält.15 Wenn bei Dir Verdacht auf eine chronische Bronchitis oder COPD besteht, solltest Du einen Lungenfacharzt aufsuchen. Auch weitere Symptome wie Blut im Auswurf, auffällige Veränderungen des Schleims oder Atemnot sind Gründe, Dich mit Deinem Arzt in Verbindung zu setzen.
Raucherhusten bei Frauen: ein erhöhtes Risiko
Warum trifft Raucherhusten Frauen offenbar härter als Männer, obwohl beide denselben Rauch einatmen? Was umgangssprachlich als Raucherhusten bezeichnet wird, ist medizinisch meist eine chronische Bronchitis, und die wird bei Frauen häufiger beobachtet als bei Männern.9 Wenn Du trotz Husten weiterrauchst, kann sich daraus eine COPD entwickeln. Das Risiko, an COPD zu erkranken, ist bei rauchenden Frauen drei- bis viermal höher als bei rauchenden Männern.3 Außerdem können sich die gesundheitlichen Folgen des Rauchens bei Frauen früher und stärker bemerkbar machen.
Ein möglicher Grund dafür sind anatomische Unterschiede. Die weibliche Lunge ist im Durchschnitt etwa 10 Prozent kleiner, der freie Innenraum von Nase und Rachen etwa 30 bis 50 Prozent und die Bronchien etwa 5 bis 20 Prozent kleiner als bei Männern.10 Dadurch können sich die Schadstoffe des Zigarettenrauchs in den engeren Atemwegen schlechter verteilen und wirken lokal stärker auf das Gewebe. Gesundheitliche Schäden können so schon bei geringerem Zigarettenkonsum auftreten.7 Auch hormonelle Faktoren spielen eine Rolle. Östrogene können die Empfindlichkeit der Bronchien beeinflussen.10 Bei COPD leiden Raucherinnen häufiger und stärker unter Atemnot und Lungenfunktionsverlusten, ihre gesundheitliche Verfassung ist insgesamt schlechter als bei männlichen Rauchern.8 Neben anatomischen und hormonellen Faktoren könnten auch Unterschiede im Zigarettenrauchmetabolismus, also wie der Körper die Rauchbestandteile verarbeitet und abbaut, einen Einfluss haben.9
Nach einem Rauchstopp kann sich die Lunge von Frauen allerdings im Durchschnitt schneller erholen als die von Männern.7 Ein Rauchstopp lohnt sich, unabhängig vom Geschlecht, und kann dazu beitragen, weitere Schäden an der Lunge und den Atemwegen zu verhindern. Wenn Du das Thema Nikotinsucht besser verstehen möchtest und wissen willst, warum der Rauchstopp vielen Menschen so schwerfällt, findest Du hier weitere Infos.
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Was hilft gegen Raucherhusten?
Der wichtigste und wirksamste Schritt gegen Raucherhusten ist der vollständige Rauchstopp. Nur so können sich Deine Lunge und die Flimmerhärchen langfristig erholen. Alle anderen Maßnahmen können zwar die Beschwerden lindern, beseitigen aber nicht die Ursache. Ausreichend zu trinken und spezielle Atemtherapiegeräte, sogenannte PEP-Systeme, können den Schleim schonend lösen und das Abhusten erleichtern. Bei starkem Hustenreiz kannst Du den Raucherhusten außerdem mit einer „Hustenbremse" abbremsen. Dafür legst Du Deine Faust auf die Lippen und hustest mit aufgeblähten Wangen zwischen Daumen und Zeigefinger. Achte darauf, dass seitlich keine Luft entweicht. Für mehr Hygiene kann ein Taschentuch im Handteller nützlich sein.11
So erholt sich Dein Körper nach dem Rauchstopp
Wie lange dauert es, bis sich Dein Körper nach der letzten Zigarette erholt? Die Erholung setzt schneller ein, als viele denken. Schon in den ersten Stunden und Tagen nach dem Rauchstopp setzen die ersten Veränderungen ein. Mit der Zeit verbessern sich unter anderem die Durchblutung und Lungenfunktion und das Risiko für verschiedene rauchbedingte Erkrankungen sinkt. Welche Veränderungen nach welcher Zeit eintreten können, siehst Du auf dieser Zeitachse:
- Nach 20 Minuten: Blutdruck und Durchblutung verbessern sich.12
- Nach 12 Stunden – wenigen Tagen: Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt auf normale Werte.12 Kohlenmonoxid aus dem Zigarettenrauch verdrängt Sauerstoff im Blut, nach dem Rauchstopp kann wieder genügend Sauerstoff zu Deinen Organen transportiert werden. Die Lunge beginnt, sich zu regenerieren.4 Auch Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich.4
- Nach 2 Wochen – 3 Monaten: Die Lungenfunktion nimmt zu und der Kreislauf verbessert sich.4, 12
- Nach 3–9 Monaten: Der Raucherhusten geht deutlich zurück, da sich die Flimmerhärchen erholen.4 Kurzatmigkeit und Abgeschlagenheit nehmen ab, außerdem sinkt das Risiko für Infektionen der Atemwege.12
- Nach 1 Jahr: Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße, wodurch der Herzmuskel nicht mehr mit genug Blut und Sauerstoff versorgt werden kann) ist nur noch halb so hoch wie bei Menschen, die weiter rauchen.12

Nach dem Rauchstopp kann sich Dein Körper Schritt für Schritt erholen.
Raucherhusten loswerden mit Hausmitteln
Hausmittel gegen Raucherhusten können Dir helfen, wenn Du den typischen Husten loswerden möchtest. Sie können die Symptome und die zähe Verschleimung kurzfristig lindern und den Selbstreinigungsprozess Deiner Lunge unterstützen. Welche konkreten Maßnahmen dabei helfen, erfährst Du gleich. Hausmittel setzen allerdings an den Symptomen an, nicht an der Ursache. Auf Dauer kannst Du den Raucherhusten deshalb nur mit einem vollständigen Rauchstopp loswerden.
Was die Beschwerden lindern kann
Diese einfachen Maßnahmen helfen Dir, den zähen Schleim zu lösen und den Hustenreiz zu lindern:
- Ausreichend trinken: Viel Wasser, ungesüßte Kräutertees wie Salbei (schleimhautberuhigend), Fenchel (schleimverflüssigend), Ingwer-Honig (entzündungshemmend) sowie andere Kräuteraufgüsse halten den Schleim flüssig und erleichtern das Abhusten.4 Das kann den typischen Raucherhusten deutlich lindern. Gleichzeitig unterstützt ausreichend Flüssigkeit die Regeneration der Flimmerhärchen.
- Inhalieren: Inhalationen mit isotonischer Kochsalzlösung oder Dampf mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Thymian befeuchten und beruhigen die Schleimhäute und erleichtern durch ihre schleimlösende Wirkung das Abhusten.4 Mit isotonischer Kochsalzlösung ist eine Salzkonzentration gemeint, die der der Körperflüssigkeiten entspricht, weshalb sie die Schleimhäute nicht reizt. In den ersten Wochen kann sich der Husten sogar verstärken, da sich die Lunge intensiv selbst reinigt. Gerade in dieser Übergangsphase helfen Inhalationen und Dampfbäder, den Reiz zu lindern und die Bronchien zu beruhigen.
- Bewegung an frischer Luft: Moderate körperliche Aktivität fördert die Lungenfunktion und regt den Abtransport von Schleim an.4 Ein Spaziergang an der frischen Luft kann außerdem das Verlangen nach einer Zigarette lindern und unterstützt so den Rauchstopp.
- Erhöhte Schlafposition: Schlafen auf einem leicht erhöhten Kopfteil verhindert, dass sich Schleim über die Nacht massiv in den Atemwegen ansammelt und die morgendlichen Hustenanfälle fallen weniger heftig aus.
Nicht jedem gelingt der Rauchausstieg auf Anhieb, was häufig am anhaltenden Nikotinbedarf des Körpers liegt. Hier setzt der Ansatz der Harm Reduction an: Gesundheitliche Risiken werden gesenkt, indem Du auf eine weniger schädliche Alternative umsteigst. Für Deine Atemwege ist dabei entscheidend, dass der Tabakrauch wegfällt, der die Flimmerhärchen schädigt. Nikotinbeutel versorgen den Körper mit Nikotin, ohne dass Rauch entsteht. Das Suchtpotenzial des Nikotins bleibt allerdings bestehen. Nikotinbeutel sind daher kein Ersatz für die Entscheidung zum Rauchstopp, können aber ein Weg sein, sie umzusetzen. Mehr dazu erfährst Du bei Nikotinbeutel als Zigaretten-Alternative und rauchfrei mit Nikotinbeuteln.
Hier findest du zudem Nikotinbeutel, die sich aufgrund ihrer langsamen Abgabe von Nikotin zur Rauchentwöhnung anbieten:
Was kritisch zu sehen ist
Neben Hausmitteln greifen viele auch zu handelsüblichen Hustensäften aus der Apotheke, um dem Raucherhusten entgegenzuwirken. Hustensaft ist Hustensaft, oder? Doch was passiert, wenn ein Hustensaft den Schleim löst, während ein anderer gleichzeitig den Husten unterdrückt? Es gibt Hustenlöser, sie werden in der Medizin Expektorantien genannt, enthalten Wirkstoffe wie Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin und machen den Schleim flüssiger. So kannst Du ihn leichter abhusten. Und es gibt Hustenstiller, fachsprachlich Antitussiva. Sie bewirken das Gegenteil und bremsen den Hustenreflex selbst.15 Für die reine Raucherbronchitis, also solange sich noch keine COPD entwickelt hat, gibt es aktuell keine Empfehlung zu Hustenlösern.13, 15
Wenn die Erkrankung zu einer COPD wird, gilt der Einsatz von Mukolytika, also schleimlösenden Mitteln, als mögliche, aber keine zwingende Option. Der Grund dafür ist, dass ihre Wirkung nur bei hoher Dosierung im Rahmen einer Dauertherapie belegt ist.14 Kritischer sind Hustenstiller zu sehen. Bei COPD wird ausdrücklich davon abgeraten, sie regelmäßig einzunehmen. Der Hustenreflex schützt den Körper, und wenn er unterdrückt wird, kann sich Schleim in den Atemwegen stauen.15 Daher solltest Du auch Hustenlöser und Hustenstiller nicht gleichzeitig einnehmen. Der eine macht den Schleim flüssiger, der andere bremst das Abhusten, und zusammen steigt das Risiko für einen Schleimstau.15 Pflanzliche Hustenlöser mit Efeu, Thymian oder Primel gelten als vergleichsweise nebenwirkungsarm. Ihre Wirkung wird allerdings als eher gering eingestuft.15
Im Zweifel solltest Du Deinen Arzt oder Apotheker fragen, bevor Du freiverkäufliche Produkte über längere Zeit einnimmst. Wichtig ist vor allem die Frage, ob bei Dir eine reine Raucherbronchitis oder schon eine COPD vorliegt. Insgesamt kann aber kein Hausmittel oder Medikament ausgleichen, was der Zigarettenrauch täglich in Deiner Lunge anrichtet. Hausmittel sind ein Begleiter auf dem Weg zum Rauchstopp, kein Ersatz dafür.
Wenn Du beim Rauchstopp Unterstützung suchst, findest Du unter Rauchen aufhören mit Hausmitteln Ansätze von Selbsthilfetechniken bis zu psychologischen Strategien.
Raucherhusten und Schleim: Was sagt die Farbe aus?
Der Auswurf beim Raucherhusten, medizinisch Sputum genannt, kann Dir einen ersten Hinweis auf den Zustand Deiner Atemwege geben. Seine Farbe ersetzt zwar keine ärztliche Diagnose, gibt Dir aber erste Anhaltspunkte.

Die Farbe des Auswurfs bei Raucherhusten kann erste Hinweise auf den gesundheitlichen Zustand Deiner Lunge geben.
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Schleimfarbe |
Mögliche Bedeutung |
|---|---|
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Klar / weiß |
Bei Raucherhusten ist der Auswurf normalerweise klar bis weißlich. Ist er zäh und geht mit Reizhusten einher, deutet das auf die für Raucher typische Raucherbronchitis hin.6, 16 |
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Gelblich / grünlich |
Eine gelbe oder grüne Verfärbung des Auswurfes deutet auf eine Infektion hin, gegen die sich der Körper wehrt. Die gelbe Farbe entsteht durch Eiter, also zerfallene weiße Blutkörperchen. Halten die Beschwerden oder die Verfärbung länger an, sollte das ärztlich abgeklärt werden.16 |
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Bräunlich / schwärzlich |
Bei sehr hohem Tabakkonsum ist die dunkle Verfärbung ein ziemlich eindeutiges Zeichen für verschmutzte Flimmerhärchen und ist typisch für langjährigen Raucherhusten. Spätestens hier sollte ein Arzt aufgesucht und ein Rauchstopp angestrebt werden, um COPD zu vermeiden.16 |
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Rötlich / blutig |
Frisches Blut im Auswurf kann auf eine Lungenentzündung, seltener auf Lungenkrebs hinweisen. Du solltest das umgehend ärztlich abklären lassen.16 |
Diese Farbskala dient nur zur groben Orientierung und ist keine medizinische Diagnose. Wenn Du regelmäßig gefärbten Schleim bemerkst oder Blut im Auswurf feststellst, solltest Du einen Lungenfacharzt aufsuchen. Ein Lungenfunktionstest kann dann helfen, den tatsächlichen Zustand Deiner Atemwege einzuschätzen. Dabei wird gemessen, wie viel Luft Du ein- und ausatmen kannst und wie schnell der Luftstrom fließt.
Fazit: Raucherhusten als Wegweiser, nicht als Normalzustand
Morgendlicher Husten ist kein Normalzustand, an den Du Dich gewöhnen solltest. Er zeigt, dass der natürliche Reinigungsmechanismus Deiner Atemwege überfordert ist. Dieses Signal Deines Körpers solltest Du ernst nehmen. Die Flimmerhärchen werden durch regelmäßiges Rauchen zunehmend geschädigt. Genau deshalb bleibt der Schleim liegen und der Husten entsteht. Sobald Du mit dem Rauchen aufhörst, beginnt sich Deine Lunge zu erholen. Die Flimmerhärchen nehmen ihre Arbeit wieder auf und mit der Zeit wird auch der Husten spürbar weniger. Hausmittel und Atemtechniken können Dir auf diesem Weg helfen und die Beschwerden lindern, entscheidend ist aber ein kompletter Rauchstopp. Im folgenden Artikel findest Du Strategien, Hilfsmittel und Ansätze zum Rauchstopp:
Tipps & Strategien zum Rauchen aufhören
Weitere Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören
Neben den Risiken eines Raucherhusten oder sogar COPD, gibt es weitere Gründe, warum Rauchen schädlich ist und es sich lohnt, aufzuhören:
- Raucherbein und Raucherlunge sind typische Folgeerkrankungen, deren Risiko mit jedem rauchfreien Jahr sinkt.
- Die Risiken des Passivrauchens treffen die Menschen um Dich herum – Partner, Kinder und Kollegen atmen dieselben Schadstoffe ein.
- Rauchen in der Schwangerschaft wirkt auf zwei Körper schädlich mit erheblichen Risiken und Folgen für das Baby. Auch nach der Geburt ist das Risiko nicht vorbei und durch Rauchen und Stillen wird das Baby gefährdet.
- Zahlreiche Vorteile mit dem Rauchen aufzuhören für Körper, Psyche und Geldbeutel.
Quellen
- GeloMuc: „Raucherhusten nicht auf die leichte Schulter nehmen"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- nicorette: „Raucherhusten – was tun?"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- DKFZ: „Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten – Ärzte in Prävention und Therapie der Tabakabhängigkeit"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
- AOK: „Raucherhusten"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- DKFZ: „Tabakatlas Deutschland 2025"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
- Aponet: „Chronische Bronchitis"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- Dr. Susanne Jacob: „Rauchen"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine: „Gender and Chronic Obstructive Pulmonary Disease: Why It Matters"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- Ars Medici: „COPD – Besonderheiten der weiblichen Lunge"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- aponet: „Asthma, COPD, Krebs: So wirkt das Geschlecht auf Lungenkrankheiten"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- Cegla Medizintechnik: „Raucherhusten: Was tun?"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- Atemwege.at: „Rauchen aufhören – so geht's!"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- DPG: „S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- AWMF online: „Nationale VersorgungsLeitlinie"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- DEGAM: „Akuter und chronischer Husten: S3-Leitlinie"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- Lifeline: „Sputum: Was bedeutet blutiger, grüner und gelber Auswurf?"(Zuletzt aufgerufen am 28.09.2026)
- Lungenärzte im Netz, „Die Schleimhaut der Atemwege"(Zuletzt aufgerufen am 30.09.2026)













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