Zahlen, Daten, Fakten

Warum ist Rauchen schädlich? Darum solltest Du aufhören

Gesundheitsschädigende Auswirkungen auf den Körper, verkürzte Lebensdauer und Risiken für das eigene Kind: Es gibt viele gute Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. 

12 Min.
Lesezeit
11
Kapitel
Snuzone Redaktion
Warum ist Rauchen schädlich? Darum solltest Du aufhören

Die kurze Antwort

Warum ist Rauchen schädlich?

• Beim Verbrennen von Tabak entstehen über 5.300 Substanzen, viele davon giftig oder krebserzeugend.
• Die Atemwege trifft es zuerst: chronischer Husten, COPD und Lungenkrebs gehören zu den häufigsten Folgen.
• Nikotin verengt die Blutgefäße, erhöht Blutdruck und Thromboseneigung und belastet Herz und Kreislauf dauerhaft.
• Die Schäden summieren sich über Jahrzehnte und verkürzen die Lebenserwartung messbar.
• Sichtbar wird das auch außen: an Haut, Zähnen und Fingern, dazu bei Fruchtbarkeit und Wundheilung.
• In Schwangerschaft und Stillzeit schädigt Rauchen zusätzlich das Kind, Passivrauchen auch das Umfeld.
• Nach dem Rauchstopp beginnt der Körper sich zu erholen — je früher, desto mehr lässt sich zurückgewinnen.

Mit jeder gerauchten Zigarette gelangen mehrere Tausend chemische Verbindungen in Deinen Körper. Ein großer Teil davon ist krebserregend, gefäßschädigend oder auf andere Weise gesundheitsschädigend. Was genau passiert mit Deiner Lunge, Deinem Herz und Deinen Blutgefäßen, wenn Du rauchst? Was bedeuten 20 oder 40 Jahre Rauchen konkret für Deine Lebenserwartung? Und ab wann steigt das Krebsrisiko? In diesem Artikel findest Du Antworten auf diese und weitere Fragen.

Warum Rauchen aufhören - durch Rauchen geschädigte Organe wie Lunge, Herz und Blutgefäße
Durch Rauchen schädigst Du Lunge, Herz, Blutgefäße, Kehlkopf, Blase und andere Organe.

Was steckt im Zigarettenrauch? Giftstoffe und Schadstoffgruppen

Dass Tabakrauch giftig ist, ist nichts Neues. Doch was genau ist daran so schädlich? Beim Verbrennen von Tabak entstehen über 7.000 chemische Substanzen, von denen rund 250 eine gesundheitsschädigende Wirkung auf Deinen Körper haben. Über 90 dieser Stoffe sind krebserzeugend oder möglicherweise krebserzeugend, darunter Cadmium, Blei und Formaldehyd.9

Noch dazu kommt, dass die im Rauch enthaltenen Substanzen ihre Schadwirkung gegenseitig verstärken. Einen Grenzwert, unter dem Zigarettenrauch nicht gesundheitsgefährdend ist, gibt es nicht. Auch der Rauch, den Passivraucher einatmen, enthält die gleichen Substanzen wie der, den Aktivraucher inhalieren. Außerdem schädigt Tabakrauch nicht „nur" nahezu alle Organe, sondern beeinträchtigt auch die mentale Gesundheit.2

Die vier Schadstoffgruppen

Die gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe des Tabakrauchs werden in folgende vier Schadstoffgruppen eingeteilt:

  • Reizend wirkende Stoffe reizen Deine Augen, Schleimhäute, Atemwege3 und Haut.1 Im Tabakrauch enthaltene Stoffe dieser Gruppe sind beispielsweise Formaldehyd, Benzol oder Acrylnitril.1
  • Bluttoxische Stoffe schädigen periphere Blutgefäße, also Blutgefäße außerhalb des zentralen Raums von Herz und Brustkorb. Das führt zu einer verminderten Durchblutung Deiner Organe, weshalb diese Inhaltsstoffe auch eine der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. Die bekannteste bluttoxische Substanz im Zigarettenrauch ist Kohlenmonoxid (CO). CO bindet an Hämoglobin (das ist der rote Farbstoff in den roten Blutkörperchen, dessen Aufgabe es ist, Sauerstoff aus der Lunge in den Rest des Körpers zu bringen) und behindert somit den Sauerstofftransport zu Deinen Organen.3
  • Narkotisch wirkende Stoffe haben eine betäubende Wirkung. In diese Gruppe fällt auch Nikotin, das beruhigend wirkt und die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit steigern kann. Es ist aber auch der Inhaltsstoff, der für die starke Abhängigkeit verantwortlich ist. Für Folgeerkrankungen des Rauchens ist Nikotin jedoch nicht Hauptverursacher.3
  • Krebserzeugende (karzinogene) Stoffe sind mindestens 70 Substanzen im Zigarettenrauch. Sie schädigen die DNA in Deinen Zellen und begünstigen so die Entstehung von Krebserkrankungen.3 Beispiele für krebserzeugende Stoffe im Tabakrauch sind Benzol, Cadmium,1 Nitrosamine und Polonium-210 (ein radioaktives Element). Wenn Du ein Jahr lang 20 bis 40 Zigaretten pro Tag rauchst, ist das außerdem vergleichbar mit der Belastung von rund 250 Lungenröntgen.5

Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid — die drei bekanntesten Schadstoffe

Teer ist ein klebriges Gemisch aus giftigen Chemikalien, das bei der Verbrennung von Tabak entsteht. Diese Masse legt sich in Deinen Atemwegen und im Lungengewebe ab. Teer ist stark krebserregend und verklebt die Flimmerhärchen in den Bronchien, die normalerweise Schmutz und Schleim abtransportieren. Dein Körper versucht diesen Schleim ersatzweise durch Husten loszuwerden, das ist der sogenannte Raucherhusten.Teer hinterlässt übrigens nicht nur im Körper Spuren, sondern auch äußerlich: Er ist der Grund für gelbe Finger und Zähne vom Rauchen.

Nikotin ist ein natürliches Nervengift der Tabakpflanze und hauptverantwortlich für die körperliche und psychische Abhängigkeit (Nikotinsucht) der Zigarette. Der Stoff dockt an Rezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns an, was ein positives Gefühl erzeugt. Genaue Informationen dazu findest Du im Artikel zur Wirkung von Nikotin.

Es entsteht aber rasch eine Toleranz, die immer höhere Dosen erfordert. Für Krebs oder die meisten Gefäßschäden ist Nikotin nicht verantwortlich,3 es erhöht allerdings den Blutdruck und die Herzfrequenz und verengt Blutgefäße, was kurzfristig die Herzbelastung steigert. Wie viel Nikotin eine Zigarette enthält, hängt stark von Marke und Zugverhalten ab.

Kohlenmonoxid (CO) ist ein farb-, geschmack- und geruchloses Atemgift. Es bindet rund 200-mal stärker an Hämoglobin als Sauerstoff,5 wodurch die Sauerstoffversorgung im Körper verringert wird, was Organe und Blutgefäße schädigt. Dein Herz schlägt schneller, um die Sauerstoffversorgung aufrechtzuerhalten, was zusätzlich zu Bluthochdruck führt.

Rauchen und Herz-Kreislauf: Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall

Rauchen erhöht den Blutdruck und ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rauchen fördert außerdem die Bildung von Blutgerinnseln, wodurch Dein Blut dicker wird und schneller verklebt, was zu einem Gefäßverschluss führen kann. Durch Zigarettenrauch werden Blutgefäße geschädigt, was die Gefäßverkalkung und schließlich Arteriosklerose (Arterienverkalkung) fördert. Auch die Durchblutung in den Armen und Beinen wird durch das Rauchen gestört, es kann zu einem Herzinfarkt oder, durch verengte Gefäße im Kopf, zu einem Schlaganfall kommen.

Hier ein paar Zahlen, die das Herz-Kreislauf-Risiko durch Rauchen verdeutlichen:

  • Das Herzinfarktrisiko von Rauchenden ist doppelt so hoch wie das von Nichtrauchenden.7
  • Selbst eine Zigarette pro Tag reicht aus, um das Herz-Kreislauf-Risiko zu erhöhen.7
  • Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch das Rauchen Grund für jeden fünften Tod (21%).6

Wie kannst Du Dein Risiko für Herz-Kreislauf senken? Du kannst diesen Gesundheitsrisiken am besten mit einem Rauchstopp entgegenwirken, auch nach langjährigem Rauchen. Bereits nach einem rauchfreien Jahr halbiert sich das Risiko für Herzinfarkt, das Risiko für Schlaganfall nach 5 Jahren.6

Tipps & Hausmittel zum Rauchen aufhören

COPD und Rauchen: Lebenserwartung und Krankheitsverlauf

COPD und Rauchen gehören untrennbar zusammen: Tabakrauch ist die häufigste Ursache der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), einer dauerhaften Verengung der Atemwege.9 Je mehr und je länger Du rauchst, desto weiter schreitet COPD fort. Durch die Verengung der Atemwege wird die Sauerstoffversorgung in den Körper eingeschränkt. Bei fortgeschrittenem Krankheitsbild ist das Atmen auch im Ruhezustand erschwert. Durch COPD wird das Lungengewebe immer mehr zerstört und die Krankheit reizt die Bronchien dauerhaft.

Was COPD mit dem Leben macht

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Deutschland bei 80 Jahren. Durch COPD sinkt diese Zahl um 5–7 Jahre, und wenn man trotz der Krankheit weiterraucht, sinkt sie sogar um bis zu 9 Jahre.10 Die genaue Lebenserwartung hängt von mehreren Faktoren wie Einsekundenkapazität (FEV1), Nikotinkonsum, einer möglichen Verschlechterung der Erkrankung (Exazerbation), Alter und Begleiterkrankungen ab. Mit dem Schweregrad von COPD steigt auch die Herzfrequenz, was die Sterblichkeit zusätzlich erhöht. Durch einen Rauchverzicht kann die Lebenszeit deutlich verlängert werden.11

Was der FEV1-Wert aussagt

Wie lässt sich eigentlich messen, wie weit eine Lunge durch COPD schon verändert ist? In der Medizin greift man dafür auf die sogenannte Einsekundenkapazität (FEV1) zurück. Das ist das forcierte exspiratorische Volumen pro Sekunde, also die Luftmenge, die Du nach tiefem Einatmen innerhalb einer Sekunde mit voller Kraft ausatmen kannst. Je niedriger die Lungenfunktion ist, also je weniger Volumen Du ausatmest, desto fortgeschrittener ist das Stadium der COPD und desto kürzer ist die Lebenserwartung. Rauchen beschleunigt den FEV1-Abfall deutlich schneller als das normale Altern allein.

Rauchstopp ändert die Prognose

Mit einem Rauchstopp kannst Du den Krankheitsverlauf von COPD zwar nicht rückgängig machen, aber Du kannst ihn eindämmen. Der Entschluss, sofort mit dem Rauchen aufzuhören, gilt als die wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten der Lungenschäden durch COPD zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Durch die Raucherentwöhnung verminderst Du außerdem den Husten und die Atemnot.

Wie lange rauchen bis Krebs? Zeitachse und Risiken

Ab wie vielen Jahren rauchen ist das Risiko hoch, an Krebs zu erkranken? Es gibt keine feste Zeitspanne, nach der Raucher Krebs bekommen. Das individuelle Krebsrisiko hängt von Menge, Dauer, Art des konsumierten Tabaks und genetischer Veranlagung ab. Im Durchschnitt manifestiert sich Lungenkrebs 30 bis 40 Jahre nach Beginn des regelmäßigen Rauchens.12 Wer schon in jungen Jahren zu rauchen anfängt, hat ein noch größeres Krebserkrankungsrisiko als Raucher, die später beginnen.12 Allgemein steigt das Krebsrisiko mit den sogenannten Pack Years. Pack Years geben an, wie viele Zigaretten Du im Leben insgesamt geraucht hast: Die Zahl der täglich gerauchten Packungen (20 Zigaretten) werden mit den gerauchten Jahren multipliziert. Wenn Du also ein Jahr lang jeden Tag eine Packung Zigaretten rauchst, ist das ein Pack Year. Ab einem Wert von 40 Pack Years spricht man von einem sehr hohen Risiko für Krebserkrankungen.12

Rauchen und seine 15 Krebsarten

Rauchen begünstigt die Entstehung von mindestens 15 verschiedenen Krebserkrankungen:2

Krebsart Betroffenes Organ/System
Lungenkrebs Betroffenes Organ/SystemLunge
Kehlkopfkrebs Betroffenes Organ/SystemKehlkopf
Lippen-, Rachen-, Mundhöhlenkrebs Betroffenes Organ/SystemMundhöhle, Lippen, Zunge, Rachen
Speiseröhrenkrebs Betroffenes Organ/SystemSpeiseröhre
Magenkrebs Betroffenes Organ/SystemMagen
Bauchspeicheldrüsenkrebs Betroffenes Organ/SystemBauchspeicheldrüse (Pankreas)
Blasenkrebs Betroffenes Organ/SystemHarnblase
Nierenkrebs-, Harnleiterkrebs Betroffenes Organ/SystemNiere, Harnleiter
Gebärmutterhalskrebs Betroffenes Organ/SystemGebärmutterhals
Brustkrebs Betroffenes Organ/SystemBrust
Akute Myeloische Leukämie Betroffenes Organ/SystemBlut/Knochenmark
Luftröhrenkrebs Betroffenes Organ/SystemLuftröhre
Leberkrebs Betroffenes Organ/SystemLeber
Dick-, Enddarmkrebs Betroffenes Organ/SystemKolon/Rektum
Muzinöser (schleimbildender) Eierstockkrebs Betroffenes Organ/SystemOvarien

Rauchen ist die Hauptursache für Lungenkrebs, fast 90 % aller Lungenkrebsfälle sind auf Rauchen zurückzuführen.2 Betroffene von Rachen- und Kehlkopfkrebs sind ebenfalls überwiegend Raucher. Wenn Du rauchst, gefährdest Du außerdem nicht nur Dich selbst – auch Passivrauchen erhöht Krebsrisiken für Lunge, Kehlkopf, Rachen, Brust und Gebärmutterhals.2

Lunge nach 20 Jahren Rauchen

Wie sieht Deine Lunge nach 20 Jahren Rauchen aus? Nach zwei Jahrzehnten Tabakkonsum ist die Lunge selten noch ohne Spuren. Rauchen führt zu schweren Dauerschäden wie der chronischen Reizung von Bronchien und der feinen Lungenbläschen (Alveolen). Infolgedessen kann ein Lungenemphysem entstehen, oft auch als Teil von COPD. Bei einem Lungenemphysem entstehen aus den vielen kleinen Lungenbläschen Hohlräume, dadurch schrumpft die Lungenoberfläche für den Sauerstoffaustausch und es kommt zu starker Atemnot. Auch die Schleimhäute sind nach 20 Jahren meist chronisch entzündet, und die feinen Flimmerhärchen in den Bronchien zerstört oder funktionslos. Das Lungengewebe ist chronisch entzündet und die gesamte Lungenfunktion eingeschränkt. 15 bis 20 Prozent aller Raucher leiden nach 20 Jahren unter COPD,13 häufig treten auch chronische Bronchitis oder Asthma auf. Auch das Risiko für Lungenkrebs ist nach 20 Jahren rauchen stark erhöht.

Warum Rauchen aufhören - Lungenmodell mit Rauchspuren neben Zigarettenstummeln und Sanduhr
Je länger Du rauchst, desto mehr Schäden trägt Deine Lunge davon.

Was das Lungenkrebsrisiko nach einem Rauchstopp macht

Du kannst das Risiko für Lungenkrebs senken, indem Du aufhörst zu rauchen. Nach zehn rauchfreien Jahren ist das Risiko nur noch halb so groß wie während dem Tabakkonsum.9 Insgesamt ist der Nutzen für Deine Gesundheit größer, je früher Du aufhörst, trotzdem lohnt sich ein Rauchstopp in jedem Alter. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für Mund-, Rachen- und Harnkrebs sinkt mit der Raucherentwöhnung, und Du gewinnst kostbare Lebensjahre. Das Krebsrisiko erreicht nach einem Rauchstopp nie ganz das eines Menschen, der nie geraucht hat, aber je früher Du aussteigst, desto näher kommst Du dem.

40 Jahre rauchen — Folgen für Körper und Lebenserwartung

Vier Jahrzehnte Rauchen hinterlassen Spuren im Körper; nicht nur in der Lunge, sondern systemisch im gesamten Organismus. Doch was bedeutet das konkret für die verbleibende Lebenserwartung?

Lebenserwartung nach 40 Jahren Rauchen

Was bedeuten 40 Jahre Rauchen am Ende für die eigene Lebenszeit? Genaue Zahlenangaben zur Lebenserwartung variieren, sicher ist aber, dass die Lebensjahre durchs Rauchen verkürzt werden. Grob gerechnet sind es zwischen 5 und 10 Lebensjahre weniger, je nach Studie verschiebt sich die Zeitspanne jedoch. Eine Quelle spricht davon, dass 40- bis 79-jährige Raucher 12 (Frauen) bis 13 (Männer) Jahre verlieren.14 Eine andere Quelle erwähnt, dass Personen, die mehr als 10 Zigaretten täglich rauchen, im Schnitt etwa 7 Jahre (Frauen) beziehungsweise 9 Jahre (Männer) gegenüber Nichtrauchern verlieren.3 Als allgemeine Faustregel gilt: 20 Minuten weniger Lebenszeit pro Zigarette.14 Dass die durchschnittliche Verkürzung der Lebenszeit bei Männern größer ist als bei Frauen, ist eine einheitliche Beobachtung.

Die Dimension in Zahlen

In Deutschland sterben jährlich rund 131.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Das entspricht jedem siebten Todesfall im Land.1 Derzeit raucht mehr als jeder Vierte der deutschen Erwachsenen.1 Auch 8 % der erwachsenen Nichtraucher sind regelmäßig Passivrauch und dessen Schäden ausgesetzt.3

Was 40 Jahre Rauchen mit dem Körper machen

Ab 40 Jahren Rauchen erhöht sich das Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und COPD drastisch.15 Viele Raucher haben nach 40 Rauchjahren außerdem mit Erkrankungen wie Arteriosklerose in mehreren Gefäßsystemen, erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Parodontalerkrankungen (Entzündung des Zahnhalteapparats), Einschränkungen der Nierenfunktion und einer deutlich erhöhten Krebslast zu kämpfen. Rauchen verursacht fast 20 % aller Krebsneuerkrankungen in Deutschland und ist auch die Hauptursache für COPD.9

Der Körper versucht gegen diese Gesundheitsschäden anzukämpfen, die körpereigene Abwehr (Immunsystem) ist jedoch durch das jahrelange Rauchen geschwächt.

Raucherbein — wenn die Durchblutung der Beine versagt

Rauchen schädigt nicht nur die Herzkranzgefäße und Hirnarterien, sondern alle Arterien im Körper, auch jene, die die Beine versorgen. Die sogenannte PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit), umgangssprachlich als „Raucherbein" bekannt, entsteht, wenn Ablagerungen in den Beinarterien die Durchblutung so weit einschränken, dass Muskeln und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Du erkennst ein Raucherbein am krampfartigen Schmerz in den Waden beim Gehen, der in Ruhe nachlässt.

Dieses Symptom nennt man Claudicatio intermittens (eine wiederkehrende Durchblutungsstörung) oder Schaufensterkrankheit, da Betroffene oft kurze Pausen einlegen müssen. Äußere Merkmale von PAVK sind blasse, kühle oder bläuliche Haut, schlecht heilende Wunden und absterbendes Gewebe, sogenannte Nekrosen. Um dem Raucherbein entgegenzuwirken, ist ein sofortiger Rauchstopp wichtig. Außerdem können gesunde Ernährung und angepasstes Gehtraining bzw. Physiotherapie unterstützen. Im Spätstadium drohen offene Wunden und im schlimmsten Fall Amputationen.

Raucherlunge — was Rauchen mit dem Lungengewebe macht

Chronische Entzündungen durch Tabakrauch zerstören über Jahre das Lungengewebe. Teer und Ruß aus dem Zigarettenrauch lagern sich in der Lunge ab, was Anthrakose genannt wird. Die Flimmerhärchen in den Bronchien, die eigentlich Schleim und Schadstoffe aus den Atemwegen befördern, werden durch den Rauch dauerhaft geschädigt und schließlich abgebaut. Dadurch kann der Schleim nicht mehr aus Deiner Lunge abtransportiert werden, Keime haben leichteres Spiel und die Atmung wird erschwert. Die Hauptsymptome einer Raucherlunge sind Raucherhusten mit Auswurf sowie Atemnot.

Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich im Lungengewebe irreversible Hohlräume, ein sogenanntes Lungenemphysem. Dadurch verliert die Lunge dauerhaft Austauschfläche für Sauerstoff, mit dem normalerweise die Organe versorgt werden. Auch bei der Raucherlunge gilt der sofortige Verzicht auf Tabak als die wichtigste Maßnahme, um das Fortschreiten zu stoppen. Direkt nach dem Rauchstopp beginnt Deine Lunge mit der Selbstreinigung, und die Flimmerhärchen können sich erholen. Zudem können inhalative Medikamente (sogenannte Bronchodilatatoren)16 und Atemphysiotherapie helfen, die Luftwege wieder zu öffnen.

Snuzone Newsletter

Newsletter

Gefällt Dir, was du liest? Dann melde dich gerne für den kostenlosen NL an und bleibe informiert!

Mit der Registrierung akzeptierst Du die Datenschutzbestimmungen

Raucherhusten — mehr als nur ein lästiges Symptom

Chronischer Husten bei Rauchern ist ein Warnsignal des Körpers. Giftstoffe aus dem Zigarettenrauch reizen die Schleimhäute in der Lunge dauerhaft. Um sie zu schützen, bildet die Lunge zähen Schleim, der die Schadstoffe bindet. Weil der Tabakrauch die Flimmerhärchen in den Atemwegen zerstört, übernimmt der Husten ersatzweise den Transport vom zähen Schleim und den Giftstoffen aus der Lunge. Vor allem über Nacht sammelt sich viel Schleim an, der beim Aufwachen abtransportiert werden muss. Das ist auch der Grund, warum der Raucherhusten morgens besonders ausgeprägt ist.

Raucherhusten kann ein frühes Zeichen einer beginnenden COPD oder einer chronischen Bronchitis sein und wird deshalb von Ärzten sofort ernst genommen, auch wenn viele Betroffene ihn lange als selbstverständlich abtun. Um den Verlauf von Raucherhusten zu stoppen, wird eine Raucherentwöhnung als wichtigster Schritt empfohlen.

Rauchen in der Schwangerschaft & Stillzeit — Risiken für Mutter und Kind

Warum Rauchen aufhören - Schwangere neben Babyschuhen und Zigarette im Aschenbecher
Rauchen in der Schwangerschaft schadet Deinem ungeborenen Kind.

Wenn Du in der Schwangerschaft Zigaretten rauchst, erhöht sich das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen, und die im Rauch enthaltenen Substanzen schaden dem ungeborenen Kind. Giftige Inhaltsstoffe aus dem Tabakrauch wie Nikotin, Kohlenmonoxid und Hunderte weitere Verbindungen gelangen über die Plazenta (Mutterkuchen) in den Blutkreislauf des Embryos und stören den natürlichen Entwicklungsprozess. Auch die Funktionen der Plazenta selbst können durch die Schadstoffe beeinträchtigt werden. Rauchen während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten, Totgeburten und niedriges Geburtsgewicht.9

Durch eine mangelhafte Versorgung von Sauerstoff und Nährstoffen ist die Entwicklung der Lungenstruktur sowie die Steuerung von Atmung und Herzschlag des Fötus gestört. Auch das kindliche Gehirn ist durch die Entwicklungsstörungen beeinträchtigt.17 Selbst nach der Geburt ist das Neugeborene in seiner weiteren Entwicklung eingeschränkt und hat später ein höheres Risiko für Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen.7 Außerdem ist das Risiko für Asthma und Gesichtsspalten (am häufigsten Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte) erhöht.17 Gesichtsspalten sind Fehlbildungen, bei denen Gewebe und Knochen im Bereich von Gesicht und Mund nicht richtig zusammenwachsen. Auch in der Stillzeit geht Nikotin in die Muttermilch über und erreicht so den Säugling.

Rauchen aufhören in der Schwangerschaft lohnt sich immer

Ein Rauchstopp während der Schwangerschaft ist zu jedem Zeitpunkt sinnvoll, auch wenn Wochen vergangen sind. Für die kindliche Entwicklung zählt jeder rauchfreie Tag, und die Komplikationsrisiken sinken mit jedem Monat ohne Tabak. Wenn Du bereits vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhörst, ist ein normales Geburtsgewicht des Kindes zu erwarten. Ein Rauchstopp während der Schwangerschaft kann je nach Zeitpunkt ebenfalls bis zu einem normalen Geburtsgewicht führen. Wenn Du allerdings während der Schwangerschaft nicht aufhörst zu rauchen, ist beim Neugeborenen mit einem um 200–300 g reduziertem Geburtsgewicht zu rechnen.9

Passivrauchen — Gesundheitsrisiken für Nichtraucher

Auch durch Passivrauchen werden dieselben Schadstoffe eingeatmet wie bei aktivem Rauchen.9 Rund 8 % der erwachsenen Nichtraucher in Deutschland sind regelmäßig Passivrauch ausgesetzt.3 Passivrauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko und das Schlaganfallrisiko um 20–30 %9 und das Risiko für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 35–40 %.18 Auch das Risiko für COPD steigt.7

Vor allem eine sehr starke Rauchbelastung über längere Zeit birgt ein großes Gesundheitsrisiko. Kinder sind vom Passivrauch besonders gefährdet, da sie eine höhere Atemfrequenz und ein weniger effizientes Entgiftungssystem haben als ihre erwachsenen Mitmenschen.9 Es kann zu Entwicklungsstörungen und häufigen Krankheitsfällen kommen. Vor allem die Atemwege sind bei Kindern häufig durch Passivrauchen betroffen, und gesundheitliche Folgen bis ins Jugend- und Erwachsenenalter sind möglich.9 Weitere Auswirkungen von Passivrauchen auf Kinder sind Mittelohrentzündungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen der Lunge.9 Ein Rauchstopp verbessert also nicht nur die eigene Lebensqualität, sondern auch die Deiner Mitmenschen.

Vorteile vom Rauchen aufhören — was sich im Körper verändert

Warum sollte sich der Rauchstopp nach Jahrzehnten lohnen? Weil sich Dein Körper bis ins hohe Alter regenerieren kann. Genau deshalb gilt ein Rauchstopp als eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Es ist also nie zu spät, rauchfrei zu werden und von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren. Je länger der Rauchstopp zurückliegt, desto deutlicher ist die körperliche Erholung. Lies hierzu gerne unseren Artikel zum Rauchen aufhören.

Wie schnell reagiert der Körper eigentlich auf den Rauchverzicht? Schneller, als Du es vielleicht erwartest: Bereits kurz nach der letzten Zigarette beginnen sich Geruchs- und Geschmackssinn zu erholen. Nach wenigen Tagen Nikotinentzug kannst Du eine Verbesserung von Blutdruck und Herzfrequenz feststellen, und innerhalb weniger Wochen ist auch Deine psychische Gesundheit gestärkt.19 Wie schnell Nikotin im Körper abgebaut wird, erfährst Du im Artikel „Wie lange bleibt Nikotin im Körper?".

Auf längere Zeit gesehen halbiert sich nach 5 rauchfreien Jahren das Risiko für koronare Herzkrankheit und Schlaganfall, nach 10 Jahren ist das Risiko für Lungenkrebs nur mehr halb so groß, und nach 15 Jahren ist auch das Risiko, an COPD zu erkranken, nur mehr das halbe.9

Was ist, wenn der Verzicht auf die Zigarette noch nicht vollständig gelingt? Für den Übergang kann Nikotin ohne den gesundheitsschädlichen Tabakrauch helfen, wie in tabakfreien Nikotinbeuteln (umgangssprachlich zumeist als Snus bezeichnet). Es gibt zahlreiche Varianten, die Du als Ansatz zur schrittweisen Reduktion nutzen kannst. Als Raucher bist Du abhängig von deinem Konsum am besten bei mittelstarken Snus oder stärkeren Snus aufgehoben.

zu den mittelstarken Snus zu den stärkeren Snus

Besonders geeignet sind dabei Nikotinbeutel mit Nicotine Polacrilex, einem Wirkstoff, der Nikotin besonders langsam abgibt und der auch in Nikotinkaugummi verwendet wird. Hier findest Du eine Auswahl von Nikotinbeutel der Marke Helwit, die genau diese Form von Nikotin verwenden:

alle Helwit Snus ansehen

Das Suchtpotenzial von Nikotin bleibt dabei bestehen und kann zu Nikotinabusus führen; der entscheidende Unterschied zum Rauchen liegt im Wegfall von Teer, CO und den mehr als 7.000 weiteren giftigen Verbrennungsprodukten der Zigarette. Solltest Du Interesse an Snus haben, findest Du alle möglichen Infos in unserem Ratgeber „Was ist Snus?". Zusätzlich kannst Du dich noch in rauchfrei mit Snus und Nikotinbeutel einlesen oder Dir hier mehr Tipps & Strategien zum Rauchen aufhören durchlesen.

Quellen

  1. DKFZ Pressemitteilung Tabakatlas 2025: „Jeder siebte Todesfall ist eine Folge des Rauchens"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  2. Deutsche Krebshilfe: „Rauchen und Krebs"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  3. Deximed: „Rauchen schadet Ihrer Gesundheit" (2025, bearbeitet 2026)(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  4. NichtraucherHelden.de: „Teer in Zigaretten – Straßenbelag im Glimmstängel?"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  5. Rauchfrei.at: „Nikotin und andere Inhaltsstoffe der Zigarette"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  6. Vivid: „Rauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  7. Techniker Krankenkasse (TK): „Rauchen: Die Folgen für Ihre Gesundheit" (2025)(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  8. Wikipedia: „Tabakrauchen"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  9. DKFZ: „Tabakatlas Deutschland 2025"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  10. Leichter Atmen: „Wie hoch ist die Lebenserwartung bei COPD?" (2023)(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  11. netDoktor: „COPD: Lebenserwartung" (2022)(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  12. Österreichische Lungenunion: „Lungenkrebs und dessen Ursachen"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  13. Österreichische Lungenunion: „Achte auf Deine Lunge: Sag NEIN zu Tabak!"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  14. Rauchfrei.at: „Langlebigkeit im Trend – aber ein entscheidender Faktor wird oft übersehen" (2026)(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  15. Lungenärzte im Netz: „Gerade in mittlerem Alter sterben Raucher häufig ohne jede Vorwarnung" (2022)(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  16. Universitätsspital Zürich (USZ): „Lungenemphysem (Raucherlunge) Therapie und Diagnostik"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  17. Vivid: „Rauchen während der Schwangerschaft"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  18. BZgA: „Rauchen (Schulmaterial)"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
  19. Herz Medizin: „So gelingt es, mit dem Rauchen aufzuhören"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

← Zurück zu Snus, Nikotin und Co.
Weiterlesen

Passende Artikel

Alle Artikel

Häufige Fragen

Nach 20 Jahren Rauchen zeigt die Lunge in der Regel deutliche strukturelle Schäden: eingeschränkte Lungenfunktion, chronische Entzündungen der Schleimhäute und häufig erste COPD-Stadien oder beginnendes Lungenemphysem, eine irreversible Zerstörung der Lungenbläschen, die den Gasaustausch dauerhaft mindert. Die Flimmerhärchen, die Schleim abtransportieren sollen, sind weitgehend funktionslos; die Lunge ist anfälliger für Infektionen und chronischen Husten.

Wer 40 Jahre lang mehr als 10 Zigaretten täglich geraucht hat, verliert im Schnitt etwa 7 Jahre (Frauen) beziehungsweise 9 Jahre (Männer) Lebenserwartung. Insgesamt sterben Raucher durchschnittlich 5 bis 10 Jahre früher als Nichtrauchende. Hinzu kommt, dass die letzten Lebensjahre häufig von schweren Erkrankungen wie COPD, Herzinsuffizienz oder Krebs geprägt sind.

Ja — Nikotin verengt unmittelbar nach dem Rauchen die Blutgefäße, erhöht den Blutdruck und beschleunigt den Herzschlag. Dieser Effekt tritt bei jeder Zigarette auf. Langfristig fördert Rauchen die Arteriosklerose, die dauerhaft zu erhöhtem Blutdruck und damit zu Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko beiträgt.

COPD verkürzt die Lebenserwartung im Schnitt um 5 bis 7 Jahre; im schwersten Stadium (GOLD 4) mit weiterem Tabakkonsum sind es bis zu 10 Jahre. Wer nach der Diagnose aufhört zu rauchen, kann einige Jahre hinzugewinnen.

Das Krebsrisiko steigt nicht nach einer festen Mindestdauer — es erhöht sich mit jeder gerauchten Zigarette kumulativ. Eine exakte Zeitgrenze gibt es nicht; das individuelle Risiko hängt von täglicher Menge, Genetik und weiteren Faktoren ab. Fest steht: Fast 90 % aller Lungenkrebsfälle gehen auf Tabakkonsum zurück, und Rauchen begünstigt mindestens 15 verschiedene Krebsarten.

Nikotinbeutel enthalten keinen Tabakrauch, keinen Teer und kein Kohlenmonoxid — die drei Hauptverursacher der tabakspezifischen Organ- und Krebsschäden. Sie liefern Nikotin über die Mundschleimhaut, ohne Verbrennungsprozesse. Für tabakfreie Nikotinbeutel fehlen belastbare Langzeitstudien, die einen direkten Vergleich mit Zigaretten erlauben würden. Klar ist: Das Suchtpotenzial von Nikotin bleibt vollständig erhalten. Nikotinbeutel sind kein harmloses Produkt — aber im Kontext des Rauchstopps diskutiert als Alternative, die Verbrennungsschadstoffe vermeidet.

NEUHEITEN

Shop Neu
Help Icon

Brauchst du Hilfe?

Wenn du Fragen hast zu irgendwas, das du gesehen hast – schreib einfach unserem netten Support-Team!

ZUM CHAT