Passivrauchen bezeichnet das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch, den andere Personen in die Umgebungsluft abgeben. Der eingeatmete Rauch besteht zu rund 85 % aus Nebenstromrauch, dem ungefilterten Rauch der glimmenden Zigarette, und zu etwa 15 % aus dem vom Raucher ausgeatmeten Hauptstromrauch. Weil Nebenstromrauch bei niedrigeren Temperaturen und ohne Filter entsteht, kann er für bestimmte Schadstoffe sogar höhere Konzentrationen aufweisen als inhalierter Hauptstromrauch.
Auswirkungen von Passivrauchen auf Nichtraucher wie stickige Luft, unangenehmer Geruch oder Kratzen im Hals sind Dir sicher bekannt. Was aber oft unterschätzt wird: Es bleibt nicht bei harmlosen Beschwerden. Weltweit sterben jährlich mehr als 1,6 Millionen Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens1. Das sind Menschen, die selbst nie aktiv geraucht haben. Doch was passiert dabei eigentlich im Körper? Ab wann wird die Belastung gefährlich, und warum trifft es Kinder besonders hart? Wie lange lässt sich Passivrauchexposition noch nachweisen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema Passivrauchen findest Du hier.
Was ist Passivrauchen? Definition und Entstehung
Passivrauchen bezeichnet das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch, der von anderen Personen in die Raumluft abgegeben wird, ohne selbst aktiv zu rauchen. Der dabei eingeatmete Tabakrauch enthält Tausende verschiedener chemischer Substanzen, von denen viele giftig oder krebserregend sind. Einige Schadstoffe sind im Passivrauch sogar in höheren Konzentrationen enthalten als im von der rauchenden Person inhalierten Rauch. Passivrauch setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Hauptstromrauch und dem Nebenstromrauch.
Ist Passivrauchen schlimmer als aktiv rauchen?
Auf den ersten Blick scheint es selbstverständlich, dass aktive Raucher den Rauch schließlich direkt einatmen und das gesundheitsschädlicher sein muss als bloßes Danebenstehen. Die Zusammensetzung des Rauchs macht die Sache jedoch komplizierter. Denn der Rauch, der beim Passivrauchen eingeatmet wird, ist nicht einfach eine verdünnte Version dessen, was die rauchende Person selbst inhaliert.
Hauptstromrauch und Nebenstromrauch
Passivrauch setzt sich aus Haupt- und Nebenstromrauch zusammen. Hauptstromrauch entsteht beim Ziehen an der Zigarette, wird von der rauchenden Person inhaliert und anschließend wieder in die Umgebungsluft ausgeatmet. Nebenstromrauch hingegen entsteht zwischen den Zügen durch das Glimmen der Zigarette. Dabei macht der Hauptstromrauch nur etwa 15 Prozent des passiv eingeatmeten Rauchs aus, während der Nebenstromrauch rund 85 Prozent ausmacht2.

Hauptstromrauch macht nur etwa 15% des Passivrauchs aus, Nebenstromrauch rund 85%.
Aufgrund der unterschiedlichen Verbrennungstemperaturen unterscheiden sich Haupt- und Nebenstromrauch in ihrer chemischen Zusammensetzung. Während Hauptstromrauch bei hohen Temperaturen von etwa 950°C entsteht, bildet sich Nebenstromrauch bei circa 500°C5. Dadurch weist der Nebenstromrauch eine sechs- bis achtmal höhere Schadstoffkonzentration auf als der Hauptstromrauch4. Die geringere Temperatur führt zu einer unvollständigeren Verbrennung des Tabaks, wodurch die Konzentration von Schadstoffen wie Kohlenmonoxid oder Benzol besonders hoch ist8.
Für Kinder ist die Belastung durch Passivrauch besonders gesundheitsgefährdend. Hält sich ein Kind eine Stunde lang in einem stark verrauchten Raum auf, kann es eine Schadstoffmenge aufnehmen, die etwa derjenigen entspricht, die beim Rauchen einer Zigarette inhaliert wird. Der Grund dafür ist, dass Kinder eine höhere Atemfrequenz, ein geringeres Körpergewicht und ein noch nicht vollständig ausgebildetes Entgiftungssystem haben3. Mehr dazu liest du später im Artikel.
Kalter Rauch und Dritthandrauch
Tabakrauch verschwindet nicht einfach, wenn Du die Zigarette ausgedrückt hast. Winzige Partikel und Rückstände setzen sich als kalter Rauch, auch Dritthandrauch genannt (abgeleitet vom englischen „third-hand smoke"), auf Oberflächen, Möbeln, Textilien, Wänden und Haaren ab. Durch Bewegungen in der Luft und Luftzüge können die Rückstände wieder aufgewirbelt und in die Raumluft abgegeben werden. Über die Haut, den Mund und die Lunge können sie anschließend erneut in den Körper gelangen.
Im Kalten Rauch wurden bisher 26 gesundheitsschädliche Substanzen festgestellt6. Außerdem gibt es Hinweise auf mögliche gesundheitsgefährliche Auswirkungen wie Veränderungen der Zellfunktionen. Wie groß das damit verbundene Gesundheitsrisiko tatsächlich ist, ist derzeit noch unklar. Die Schadstoffe aus dem kalten Rauch können über Monate oder sogar Jahre in Innenräumen haften bleiben. Besonders Kleinkinder können damit in Kontakt kommen, da sie häufig auf dem Boden spielen und Spielzeuge oder andere Gegenstände in den Mund nehmen. So können sie die Rückstände aufnehmen, auch wenn gerade niemand im Raum raucht.
Welche Schadstoffe enthält Tabakrauch?
Was macht Tabakrauch eigentlich so gefährlich? Tatsächlich enthält er mehr als 5.300 verschiedene Substanzen, darunter zahlreiche giftige und krebserregende Verbindungen2. Zu den bekannten Karzinogenen, also krebserregenden Stoffen, zählen Arsen und Formaldehyd. Auch tabakspezifische Nitrosamine sind besonders gesundheitsschädlich. Das sind stark krebserregende Schadstoffe, die vor allem in Tabakpflanzen und -produkten vorkommen.
Beim Verbrennen von Tabak entstehen außerdem Teerstoffe, die sich in Deiner Lunge ablagern und unter anderem krebserregende Kohlenwasserstoffe wie Benzo[a]pyren enthalten. Auch Kohlenmonoxid ist Bestandteil des Zigarettenrauchs. Das giftige Gas bindet an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und beeinträchtigt dadurch den Sauerstofftransport im Körper. Weitere giftige Gase des Tabakrauchs sind Blausäure, Formaldehyd und Ammoniak. Sie können Deine Atemwege reizen und Deine Zellen schädigen.
Nikotin ist der Stoff im Tabak, der vor allem für die starke Abhängigkeit verantwortlich ist. Gleichzeitig belastet es Dein Herz-Kreislauf-System. Darüber hinaus enthält Tabakrauch Schwermetalle wie Cadmium, Blei, Nickel und Chrom, die sich im Körper anreichern und Deine Organe schädigen können.
Auch Passivrauch enthält dieselben giftigen und krebserregenden Substanzen wie der aktiv eingeatmete Zigarettenrauch, allerdings in unterschiedlichen Konzentrationen6. Einen „unschädlichen" Tabakrauch gibt es daher nicht. Besonders problematisch sind die lungengängigen Feinstaubpartikel. Sie können tief in die Atemwege eindringen, die natürlichen Reinigungsmechanismen der Lunge überwinden und sich im Lungengewebe ablagern. Für Menschen mit bereits bestehenden Atemwegserkrankungen wie COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) oder Asthma kann die Belastung durch Tabakrauch die Beschwerden zusätzlich verstärken.
Gesundheitsfolgen: ab wann ist passivrauchen schädlich?
Wie genau schadet Passivrauchen dem Körper und welche gesundheitlichen Folgen kann es haben? Einen Grenzwert, unterhalb dessen eine Belastung durch Tabakrauch als gesundheitlich unbedenklich gilt, gibt es nicht2. Jede Exposition gegenüber Tabakrauch ist mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden. Besonders betroffen sind die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System.

Passivrauchen birgt gesundheitliche Risiken für Erwachsene, Kinder und Schwangere.
Symptome und akute Beschwerden
Die unmittelbaren Reaktionen des Körpers auf Tabakrauch kennst Du vielleicht: gereizte Augen und Schleimhäute, Husten, Kurzatmigkeit, ein Kratzen im Hals sowie Kopfschmerzen und Schwindel. Auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen können auftreten. Diese Passivrauchen Symptome entstehen durch die Belastung mit den Schadstoffen des Zigarettenrauchs und können sich bereits während oder kurz nach dem Aufenthalt in verrauchten Räumen bemerkbar machen.
Langzeitfolgen bei Erwachsenen
Eine regelmäßige und langfristige Belastung durch Passivrauch, beispielsweise durch einen rauchenden Partner zu Hause oder an einem schlecht belüfteten Arbeitsplatz, erhöht nachweislich das Risiko für verschiedene Erkrankungen. Laut DKFZ-Tabakatlas 2025 erhöht Passivrauch das Risiko für Lungenkrebs und Schlaganfall um 20 bis 30 Prozent6. Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) steigt bei regelmäßiger Passivrauchbelastung das Risiko für Herzinfarkt und Lungenkrebs um etwa 25 Prozent, das Schlaganfallrisiko sogar um 80 Prozent7.
Weitere gesundheitliche Folgen können Asthma, ein Engegefühl im Brustkorb und damit einhergehende Atemschwierigkeiten sein. Passivrauchen kann außerdem das Risiko einer koronaren Herzkrankheit erhöhen, bei der die Blutgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen, durch Ablagerungen verengt sind. Bei Menschen mit bereits bestehender COPD kann Passivrauch zudem den Krankheitsverlauf verschlechtern.
mehr zu warum Rauchen schädlich ist
Passivrauchen bei Kindern: Besondere Risiken
Kinder sind durch Passivrauchen besonders gefährdet. Doch warum sind die Auswirkungen bei ihnen gravierender als bei Erwachsenen? Kleine Kinder atmen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht zwei- bis dreimal häufiger ein und aus als Erwachsene7. Dadurch nehmen sie bezogen auf ihr Körpergewicht mehr Schadstoffe auf. Gleichzeitig ist ihr Entgiftungssystem noch nicht vollständig entwickelt, sodass Schadstoffe langsamer abgebaut werden6.
Für Säuglinge ist Passivrauchen insbesondere deshalb gefährlich, weil es das Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) erhöht. Bei Kleinkindern und älteren Kindern sind vor allem die Atemwege betroffen6. Nach Angaben der DAK ist etwa jedes zehnte Schulkind Passivrauch ausgesetzt10.
Atemwege, Ohren und Entwicklung
Passivrauch reizt die Schleimhäute und schwächt die natürlichen Reinigungsmechanismen der Atemwege. Dadurch sind Kinder häufiger von Atemwegsinfektionen und chronischem Husten betroffen. Auch das Risiko für Asthma und Lungenentzündung steigt. Zudem kann Passivrauch die Entwicklung der Lunge beeinträchtigen.
Kinder aus Raucherhaushalten erkranken außerdem häufiger an einer Mittelohrentzündung oder einem Paukenerguss, bei dem sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ansammelt. Das kann das Hörvermögen beeinträchtigen und sich wiederum auf die Sprachentwicklung auswirken. Auch Entwicklungs-, Konzentrations- und Verhaltensauffälligkeiten, darunter ADHS, werden bei Kindern durch Passivrauchen verstärkt.
Das Auto als unterschätzter Risikoraum
Besonders problematisch ist Passivrauchen im Auto. In dem kleinen geschlossenen Raum können sich Schadstoffe aus dem Zigarettenrauch in hoher Konzentration ansammeln. Auch geöffnete Fenster verhindern nicht, dass sich schädliche Rückstände im Innenraum und an Polstern ablagern.
In Deutschland ist das Rauchen in privaten Fahrzeugen in Anwesenheit von Kindern, Jugendlichen oder Schwangeren derzeit nicht verboten9. Mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche sind Passivrauch im Auto und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt10.

Im Auto sind Kinder Passivrauch besonders stark ausgesetzt.
Third-Hand Smoke: Die unsichtbare Restbelastung
Kann eine Wohnung noch mit Schadstoffen belastet sein, obwohl dort seit Wochen niemand geraucht hat? Und würde es nicht reichen, wenn Eltern konsequent nur auf dem Balkon oder im Freien rauchen, damit die Wohnung schadstofffrei bleibt? Genau das hat eine Studie der Universität Greifswald überprüft. Bei mehr als 50 Prozent der untersuchten Kinder aus 922 Familien mit mindestens einem Raucher im Haushalt ließ sich Cotinin, das Abbauprodukt von Nikotin, im Urin nachweisen. Selbst bei den 231 Kindern, deren Eltern angaben, nie in den Wohnräumen zu rauchen, war eine Belastung mit Tabakrauch messbar11.
Wie gelangen Schadstoffe in den Körper des Kindes, wenn in seiner Nähe gar nicht geraucht wird? Das lässt sich durch den sogenannten Third-Hand Smoke (Dritthandrauch) erklären. Rückstände des Tabakrauchs lagern sich auf Spielzeugen, Teppichen und Kleidungsstücken ab und können von dort über Haut, Mund und Atemwege in den Körper der Kinder gelangen.
Passivrauchen in der Schwangerschaft
Warum wirkt sich Rauch, den nur die Mutter einatmet, überhaupt auf das ungeborene Kind aus? Das liegt am gemeinsamen Blutkreislauf. Über die Plazenta gelangt so gut wie alles, was im mütterlichen Blut zirkuliert, auch zum Kind. Das beinhaltet Sauerstoff und Nährstoffe, aber ebenso Schadstoffe. Aktives Rauchen während der Schwangerschaft stellt für das ungeborene Kind deshalb die intensivste Form der Tabakrauchexposition dar. Doch auch wenn Du selbst nicht rauchst, kann eine regelmäßige Belastung durch Passivrauchen die Gesundheit Deines Kindes beeinträchtigen.
Das im Tabakrauch enthaltene Nikotin verengt die Blutgefäße der Plazenta, während Kohlenmonoxid gleichzeitig die Sauerstoffzufuhr vermindert. Als Folge gelangen weniger Sauerstoff und Nährstoffe zum ungeborenen Kind13. Was bedeutet diese Unterversorgung konkret für das Baby? Sie führt unter anderem zu einem niedrigeren Geburtsgewicht und einem geringeren Kopfumfang. Darüber hinaus erhöht Tabakrauchexposition das Risiko für eine Frühgeburt und möglicherweise auch für eine Fehlgeburt6. Plazentaablösungen treten häufiger auf, und auch die Entwicklung von Lunge und Gehirn des ungeborenen Kindes kann beeinträchtigt werden8.
Wie stark der Zusammenhang zwischen Rauchbelastung und diesen Risiken tatsächlich ist, zeigte eine belgische Studie aus dem Jahr 2013. Darin konnte festgestellt werden, dass nach der Einführung von Rauchverboten in öffentlichen Bereichen die Frühgeburtenrate um sechs Fälle pro 1.000 Geburten sank12.
Einen detaillierten Artikel zu den Risiken & Folgen des Rauchen in der Schwangerschaft findest Du hier:
Rauchen in der Schwangerschaft
Passivrauchen im Urin nachweisen: Was sagt der Cotinin-Wert?
Cotinin ist das Hauptabbauprodukt von Nikotin und gilt als wichtiger Biomarker für eine Tabakrauchexposition. Ein Biomarker ist ein messbarer Wert im Körper, der Auskunft über einen bestimmten Zustand gibt, zum Beispiel ob jemand Tabakrauch ausgesetzt war. Wenn Du Nikotin aus dem Tabakrauch aufnimmst, wird es in Deiner Leber zu Cotinin umgewandelt und anschließend über den Urin ausgeschieden. Da Cotinin eine deutlich längere Halbwertszeit (Zeit, bis sich die Konzentration im Körper halbiert) hat als Nikotin selbst, kann eine Tabakrauchexposition noch mehrere Tage später nachgewiesen werden.
Wie lange ist Passivrauchen im Urin nachweisbar?
Warum testet man eigentlich nicht einfach direkt auf Nikotin, wenn man eine Belastung durch Passivrauchen nachweisen will? Das liegt an der Geschwindigkeit, mit der der Körper es abbaut. Nikotin hat eine Halbwertszeit von rund 30 Minuten17, das heißt, schon eine halbe Stunde nach der Exposition ist nur noch die Hälfte davon im Blut vorhanden. Nach ein bis drei Tagen lässt sich Nikotin selbst kaum noch nachweisen16.
Daher greift man auf Cotinin zurück, das Abbauprodukt von Nikotin. Es bleibt mit einer Halbwertszeit von etwa 19 Stunden deutlich länger im Körper17 — das ist fast 40-mal länger als die Halbwertszeit von Nikotin selbst. Doch wie lange lässt sich Passivrauchen dann tatsächlich nachweisen? Im Urin ist Cotinin noch mehrere Tage nach einer Tabakrauchexposition nachweisbar, nach etwa sieben bis zehn Tagen liegt der Wert in der Regel wieder im Normalbereich15, 17. Im Blut lässt sich Cotinin bis zu zehn Tage nach der Exposition feststellen14. Die Bestimmung im Blut gilt als besonders zuverlässige Methode und wird bei Nichtrauchern häufig eingesetzt, um eine Tabakexposition festzustellen14.
Im Speichel lässt sich Cotinin dagegen nur bis zu vier Tage nachweisen. In den Haaren kann es sogar über einen deutlich längeren Zeitraum, bis zu 90 Tage, nachweisbar sein, da sich Cotinin in den Haarfollikeln einlagern kann14.
>> Lies hierzu gerne: Wie lange bleibt Nikotin im Körper?
Wie schützt man sich und andere vor Passivrauchen?
Der zuverlässigste Schutz vor Passivrauchen besteht darin, Tabakrauch vollständig zu vermeiden. Maßnahmen wie Lüften, ein geöffnetes Fenster, eine Dunstabzugshaube oder ein Luftreiniger können die Schadstoffbelastung zwar reduzieren, verhindern die Aufnahme von Tabakrauch aber nicht vollständig.
Eine allgemeine Lösung für Innenräume sind tabakfreie Nikotinprodukte, bei deren Verwendung kein Verbrennungsrauch entsteht. Dadurch wird Dein Umfeld nicht durch Passivrauch belastet und Raucher müssen nicht auf ihr Nikotin verzichten. Einen Überblick über diese Produkte und ihre Verwendung im Rahmen eines Rauchstopps findest Du im Artikel rauchfreie Alternativen mit Snus und Nikotinbeutel. Zudem findest Du hier eine Auswahl unserer beliebtesten Nikotinbeutel:
In der Wohnung
Am wirksamsten ist eine vollständig rauchfreie Wohnung. Das gilt auch für Balkon und Treppenhaus, wenn Tabakrauch von dort in die Wohnräume gelangen kann. Rauchen bei geöffnetem Fenster bietet keinen ausreichenden Schutz, da ein Teil des Rauchs dennoch in die Wohnung gelangt und sich mit der Raumluft vermischt, die von allen Bewohnern eingeatmet wird2. Auch regelmäßiges Lüften entfernt die Belastung nicht vollständig, da sich Schadstoffe und Rückstände des Tabakrauchs an Oberflächen, Möbeln und anderen Orten ablagern können.

Ein rauchfreies Zuhause schützt alle Mitbewohner – besonders die Kleinsten.
Am besten bittest Du Gäste und Mitbewohner deshalb, ausschließlich im Freien und mit ausreichend Abstand zu Türen und Fenstern zu rauchen. Wer draußen raucht, kann zusätzlich eine separate Jacke verwenden und diese anschließend nicht in den Wohnräumen tragen.
Nach dem Rauchen ist es sinnvoll, sich die Hände zu waschen, bevor es zu Kontakt mit anderen Menschen, insbesondere mit Babys und Kleinkindern, kommt. Wenn Deine Wohnung bereits durch die vorherigen Bewohner mit Tabakrauch belastet ist, kann eine gründliche Reinigung sinnvoll sein. Je nach Ausmaß der Schadstoffbelastung können darüber hinaus weitere Sanierungsmaßnahmen notwendig werden.
Im Auto
Der beste Schutz vor Passivrauchen im Auto ist ein vollständig rauchfreier Innenraum. Aufgrund des kleinen Raumvolumens können sich Schadstoffe beim Rauchen schnell in hoher Konzentration ansammeln. Auch ein geöffnetes Fenster oder die Lüftung verhindert die Belastung nicht vollständig. Rückstände des Zigarettenrauchs lagern sich im Innenraum und auf den Oberflächen ab.
Wenn Du besonders auf längeren Fahrten nicht auf das Rauchen verzichten kannst, sind regelmäßige Pausen außerhalb des Fahrzeugs eine bessere Möglichkeit, als im Auto zu rauchen. Wichtig ist dabei, dass Du während der Pausen Abstand zu anderen Personen hältst, damit diese nicht direkt dem Tabakrauch ausgesetzt sind.
Eine weitere Möglichkeit ist es, auf rauchfreie Nikotinprodukte wie tabakfreie Nikotinbeutel umzusteigen. Diese erzeugen keinen Tabakrauch und somit besteht keine Belastung der Mitfahrenden durch Passivrauch. Auch sie sind jedoch nicht gesundheitlich unbedenklich und können die Nikotinabhängigkeit weiterführen. Langfristig ist ein vollständiger Rauchstopp die beste Möglichkeit, sowohl die eigene Gesundheit als auch die Gesundheit anderer zu schützen.
In der Gastronomie und am Arbeitsplatz
In Deutschland besteht grundsätzlich ein gesetzlicher Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz19. Beim Nichtraucherschutz in der Gastronomie gibt es jedoch Unterschiede zwischen den Bundesländern, da die konkreten Regelungen auf Landesebene festgelegt werden18. In den meisten Bundesländern gilt in geschlossenen Räumen grundsätzlich ein Rauchverbot, wobei je nach Landesrecht unterschiedliche Ausnahmen möglich sind.
Wenn Du eine Belastung durch Tabakrauch vermeiden möchtest, ist es sinnvoll, bereits vor dem Essengehen darauf zu achten, ob es sich um ein rauchfreies Restaurant handelt. Wenn Du schon am Tisch sitzt und Raucher direkt am Nebentisch sind, kann es außerdem helfen, höflich um etwas Abstand zu bitten oder einen rauchfreien Bereich aufzusuchen.
Der Rauchstopp als wirksamste Maßnahme
Reicht es aus, nur auf dem Balkon zu rauchen, um die eigene Familie zu schützen? Nicht ganz. Rückstände gelangen, wie im Abschnitt zum Third-Hand Smoke erklärt, trotzdem in die Wohnung. Die zuverlässigste Möglichkeit, Deine Mitmenschen vor Passivrauch im eigenen Haushalt zu schützen, bleibt deshalb der vollständige Rauchstopp. Besonders wichtig ist das, wenn Kinder oder Schwangere bei Dir leben, da sie besonders empfindlich gegenüber den Schadstoffen im Tabakrauch sind.
Warum fällt der Rauchstopp trotz der klaren gesundheitlichen Gründe so vielen Menschen schwer? Der Grund ist selten ein fehlender Wille, sondern das hohe Abhängigkeitspotenzial von Nikotin. Man spricht nicht umsonst von einer Nikotinsucht. Unterstützung und professionelle Beratung können Dir dabei helfen, diese Hürde zu überwinden und erfolgreich ein rauchfreies Leben zu führen. Lies Dir als Hilfestellung am besten unseren Ratgeber zum Rauchen aufhören oder unsere konkreten Tipps zum Rauchen aufhören und Hausmittel und Selbsthilfetechniken durch.
Weitere Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören
Neben dem Schutz der Menschen um Dich herum vor Passivrauch gibt es weitere Gründe, warum Rauchen schädlich ist und es sich lohnt, aufzuhören:
- Raucherbein, Raucherhusten und Raucherlunge sind typische Folgeerkrankungen, deren Risiko mit jedem rauchfreien Jahr sinkt.
- Rauchen in der Schwangerschaft wirkt auf zwei Körper schädlich mit erheblichen Risiken und Folgen für das Baby.
- Zahlreiche Vorteile mit dem Rauchen aufzuhören für Körper, Psyche und Gelbeutel.
Quellen
- World Health Organisation (WHO): „Tobacco and nicotine"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Passivrauchen"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Kindergesundheit-info.de: „Passivrauchen – für Kinder ein hohes Risiko"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Die Techniker (TK): „Passivrauchen stoppen – Kinder schützen"(Zuletzt aufgerufen am 01.09.2026)
- DocCheck Flexikon: „Zigarettenrauch"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- DKFZ: „Tabakatlas Deutschland 2025"(Zuletzt aufgerufen am 24.08.2026)
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): „Auch Passivrauchen schadet der Gesundheit"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): „Tabakatlas Deutschland 2020"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Lungenärzte im Netz: „Rauchen im Auto: Warum Kinder und Schwangere besonderen Schutz benötigen"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- DAK Gesundheit: „Tabakrauch im Auto belastet mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Informationsdienst Wissenschaft (idw): „Raucht mein Kind mit? – Passivrauch ist nachweisbar"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- the bmj: „Impact of a stepwise introduction of smoke-free legislation on the rate of preterm births: analysis of routinely collected birth data"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Apotheken Umschau: „Passivrauchen schadet Babys, Kindern – und nachfolgenden Generationen"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- DrugRehab: „How Long Does Nicotine Stay in Your System?"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- University of Rochester Medicine: „Nicotine Cotinine (Urine)"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Snusdaddy: „Wie lange bleibt Nikotin in Ihrem Körper?"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Medizinisches Labor Nord: „Cotinin (Drogenanalytik)"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Rauchfrei: „Ländergesetze zum Nichtraucherschutz"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Nichtraucherschutz für Beschäftigte"(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)
- DKFZ: Gesundheitsgefährdung von Kindern durch Tabakrauch im Auto. Reihe „Fakten zum Rauchen", Heidelberg 2016, S. 2.(Zuletzt aufgerufen am 09.09.2026)













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